Gastronomie

Durch die Festlegung der Kostenträger auf fixe Mietobergrenzen (z.Zt. 378 Bruttowarmmiete für einen Ein-Personen-Haushalt) bei gleichzeitigem Anstieg des Mietpreisniveaus auf dem freien Wohnungsmarkt ist die Wohnungssuche für sozial benachteiligte Menschen erheblich schwieriger geworden, so dass sich mehr Menschen als in der Vergangenheit an die ZIK gGmbH und die Schwulenberatung wenden. Auch die Zahl der akut wohnungslosen Menschen, die sich mit Hilfe der beiden Träger um Wohnraum bemühen, ist infolge-dessen extrem gestiegen.

Arbeit und Beschäftigung Mittlerweile steht die Hälfte aller HIV-infizierten Menschen in Deutschland im Erwerbsleben, und zwar in den unterschiedlichsten Berufen. Dabei legen allerdings die wenigsten Beschäftigten ihre HIV-Infektion am Arbeitsplatz aus Angst vor Diskriminierung und Mobbing.offen dar.

Ein gesetzlich geregeltes Berufsverbot für Menschen mit einer HIV-Infektion gibt es nur für die Ausübung des Berufs „Pilot(in)"; ein HIV-Antikörpertest ist dabei zwingend vorgeschrieben. Des weiteren wird von einigen Fluggesellschaften bei der Einstellung von Flugbegleiter(inne)n ein HIV-Antikörpertest verlangt, der bei positivem Ergebnis zu einer Nichteinstellung wegen möglicherweise nicht vorhandener Tropentauglichkeit führen kann.

Tätigkeitsbeschränkungen für HIV-infizierte Menschen gibt es im medizinischen Bereich (z. B. bei Chirurg(inn)en); ein generelles Berufsverbot gibt es jedoch nicht.

In allen Bereichen der Gastronomie wie auch der Lebensmittelverarbeitung gibt es keinerlei Tätigkeitsbeschränkungen, da eine Fremdgefährdung auf diesen Gebieten ausgeschlossen ist.

Dennoch kommt es vor, dass Job-Center und Arbeitsagenturen bei Bekanntwerden der Diagnose „HIV-positiv" von Klient(inn)en die Betroffenen von Förder- und Wiedereingliederungsmaßnahmen ausschließen. Dieses Verfahren ist unzulässig und fordert in erster Linie Aufklärungsarbeit in den Jobcentern und Arbeitsagenturen.

4. Gesundheitspolitische Leitziele und Ansätze

Übergeordnete Ziele

Im August 2008 wurde die delphi-Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung mbH vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband beauftragt, Zielgruppen, Ziele und Maßnahmen der Projekte des Handlungsfeldes auch im Hinblick auf die Zielvorgaben der HIV/Aids-Bekämpfungsstrategie der Bundesregierung zu definieren. Der Abschlussbericht, der als Basis für dieses Rahmenkonzept dient, wurde von delphi im Juni 2009 vorgelegt.

Nachstehende acht Ziele werden in dem Bericht, an dem die Vertragspartner des IGV ­ die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz und der DPW ­ sowie alle Projektträger des Handlungsfeldes in partizipativer Weise mitgewirkt haben, formuliert:

Verankerung des Präventionswissens in den Zielgruppen

Stärkung der Handlungskompetenzen für die individuelle Gesunderhaltung sowie Förderung eines nachhaltigen Schutzverhaltens und dessen Implementierung im persönlichen Lebensstil

Stärkung der zielgruppenspezifischen Angebote durch verbindliche Kooperationen der Projekte im Handlungsfeld, mit angrenzenden Bereichen und mit den Institutionen in der Regelversorgung

Verbesserung der gesundheitsbezogenen Chancengleichheit

Verstärkung der Prävention in Betriebsstätten, in denen sexuelle Begegnungen stattfinden und/oder sexuelle Dienstleistungen angeboten werden

Förderung eines akzeptierenden und solidarischen Umgangs mit Menschen mit HIV/Aids und/oder Hepatitiden

Förderung der Gesundheit bei Menschen in Haft

Stärkung der Selbsthilfe und des ehrenamtlichen Engagements

Im folgenden werden die Ziele in Teilziele untergliedert und Maßnahmen zur Zielerreichung beschrieben. Die Maßnahmen werden hier nur kurz dargestellt; eine ausführlichere Beschreibung findet sich in dem Delphi-Bericht (vgl. Anlage). Verankerung des Präventionswissens in den Zielgruppen Teilziel a): Die Zielgruppen sind über Infektionsrisiken und Schutzmöglichkeiten aufgeklärt.

Teilziel b): Die Zielgruppen sind über die Wechselwirkungen zwischen HIV/Aids, STI und Hepatitiden aufgeklärt.

Teilziel c): Die Zielgruppen sind über die Risiken von ungeschütztem Sex aufgeklärt.

Maßnahmen:

Die Zielgruppen müssen Zugang zu Informationen über Infektionsrisiken und Schutzmöglichkeiten bezüglich HIV/Aids, STI und Hepatitisinfektionen haben. Die Bereitstellung von Informationen erfolgt dabei durch unterschiedliche Medien, bei Menschen in Haft vor allem durch persönliche Kommunikation.

Sofern Flyer und Broschüren von den Projekten selbst entwickelt werden, ist auf die Berücksichtigung aktueller Trends sowie unterschiedlicher Lebenswelten der Zielgruppen zu achten. Die Printmedien werden in Beratungsstellen und an Orten ausgelegt, an denen sich die Zielgruppen treffen oder werden bei Veranstaltungen und Aktionen persönlich überreicht. Weitere Möglichkeiten der Informationsweitergabe finden sich im Internet über die Homepages der Projekte.

Des weiteren vermitteln die Projekte Informationen im Rahmen der persönlichen Kommunikation durch individuelle Aufklärung in ihren Räumen oder durch Vor-OrtArbeit an Treffpunkten der Zielgruppen.

Auch Informationsstände und Aktionen gehören zu den personalkommunikativen Maßnahmen sowie die Schulung von Multiplikator(inn)en (hier vor allem von Angehörigen der Zielgruppen selbst). Stärkung der Handlungskompetenzen für die individuelle Gesunderhaltung und Förderung eines nachhaltigen Schutzverhaltens und dessen Implementierung im persönlichen Lebensstil Teilziel a): Sozialleistungen werden in Anspruch genommen/Die Lebensgrundlage ist gesichert.

Maßnahmen:

Die Betroffenen werden bei der Durchsetzung von Leistungsansprüchen unterstützt (z.

B. durch Hilfe beim Ausfüllen amtlicher Formulare oder durch persönliche Begleitung zu Behörden und Ämtern.) Teilziel b): Die soziale Situation der Zielgruppen ist stabil bzw. verbessert.

Maßnahmen:

Die Projekte unterstützen die Betroffenen bei der weiteren Lebensplanung, so z. B. bei Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung oder Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit.

Teilziel c) Der Gesundheitszustand der Zielgruppen ist stabil bzw. verbessert.

Maßnahmen:

Im Mittelpunkt stehen hier Angebote zur gesundheitlich-medizinischen Beratung sowie die Bereitstellung von medizinischer Basisversorgung.

Gesundheitlich-medizinische Beratung umfasst dabei die Beratung über Angebote der medizinischen und psycho-logischen Versorgung, Beratung zu ergänzenden Pflegeleistungen, Vermittlung von Handlungskompetenzen zu Safer Use bis hin zur Aufklärung über medizinische Aspekte der Substitution und Nebenwirkungen von Medikamenten. Die medizinische Basisversorgung beinhaltet die Diagnostik von Krankheiten sowie Interventionen.