Maßnahmen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ist eine Marke

Die Projekte führen Schulungen für Betreiber(innen) und Mitarbeiter(innen) aufgrund der entsprechenden Risikoorientierung zum Thema „Männer, Sex, Gesundheit", zu HIV/Aids/STI und Hepatitiden sowie zum Einfluss von Drogen auf das Infektionsrisiko durch.

Teilziel d): Die Inhalte der Wirte-Selbstverpflichtung und die Qualitätsstandards, die in den teilnehmenden Betrieben erwartet werden können, sind den Zielgruppen bekannt.

Maßnahmen:

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ist eine Marke bzw. ein Logo ist zu entwickeln, die/das für die Wirte-Selbstverpflichtung steht und die vereinbarten Qualitätsstandards bekannt macht.

Förderung eines akzeptierenden und solidarischen Umgangs mit Menschen mit HIV/Aids und/oder Hepatitiden Teilziel a): Menschen mit HIV/Aids und/oder Hepatitiden werden nicht diskriminiert.

Maßnahmen:

Durch die Öffentlichkeitsarbeit der Projekte soll Verständnis für die Situation der Betroffenen geschaffen und Diskriminierung vermieden werden.

Teilziel b): Infektionskrankheiten werden in den Zielgruppen und der Bevölkerung offen thematisiert.

Maßnahmen:

Durch persönliche Kommunikation bzw. durch Medieneinsatz vermittelte Informationen zu Infektionsrisiken und Schutzmaßnahmen soll der Umgang mit HIV/Aids, STI und Hepatitisinfektionen enttabuisiert werden.

Teilziel c): Die Integration von Menschen mit HIV/Aids und/oder Hepatitiden wird gefördert.

Maßnahmen: Angebote der Projekte ermöglichen den Betroffenen Zugang zu Arbeit, Wohnraum und kulturellen Veranstaltungen. Des weiteren werden Veranstaltungen zur Begegnung von infizierten und nicht infizierten Menschen initiiert.

Förderung der Gesundheit von Menschen in Haft Teilziel a): Die Zielgruppen sind über Infektionsrisiken und Schutzmöglichkeiten aufgeklärt.

Maßnahmen:

Im Mittelpunkt steht die Bereitstellung von Informationen, vor allem durch persönliche Kommunikation mit den Inhaftierten, welche in diesem Umfeld von zentraler Bedeutung ist. Während die Aufklärung bezüglich Infektionsrisiken aufgrund Drogenkonsums für männliche und weibliche Gefangene gleichermaßen wichtig ist, ist die Aufklärung über Infektionsrisiken bei Sexualkontakten für männliche Gefangene stärker von Bedeutung.

Während weibliche Homosexualität als wenig infektionsbehaftet gilt, ist männliche Homosexualität aufgrund hochriskanter Sexualpraktiken als äußerst bedeutsam für die Ausbreitung von HIV und anderen STI einzustufen (vgl. Ausführungen zu 3.2.e). Voraussetzung für die Thematisierung von Sexualität ist, eine vertrauensvolle und offene Atmosphäre herzustellen, wozu es einer zielgruppenangepassten Sprache bedarf. Es gilt dabei, nah genug an die alltäglichen Sexerfahrungen der Inhaftierten heranzukommen, gleichzeitig aber eine sachliche Distanz zu bewahren. Erst wenn eine entsprechende Arbeitsatmosphäre geschaffen ist, können infektionsprophylaktische Maßnahmen ergriffen werden wie z. B. das Erläutern von risikoarmen Sexualpraktiken.

Teilziel b): Die Zielgruppen finden ein Umfeld vor, in dem Safer Sex und/oder Safer Use gefördert und verstärkt werden.

Maßnahmen: Maßnahmen zur Zielerreichung müssen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene ansetzen. Etablierte und für den Justizvollzug geeignete Präventionsmaßnahmen werden insbesondere unter Berücksichtigung der Aspekte der Infektionserkrankungen, Substitution, harm reduction und des Übergangsmanagements weiterentwickelt.

Teilziel c): Die psychische Stabilität in den Zielgruppen wird durch entsprechende Angebote erhalten bzw. verbessert.

Maßnahmen:

Die Projekte bieten psychosoziale Beratung für die Inhaftierten an.

Teilziel d): Der Gesundheitszustand der Zielgruppen ist stabil.

Maßnahmen:

Die Projekte bieten Beratung zur Inanspruchnahme medizinischer Versorgung und zur Substitutionsbehandlung in der Haft an.

Teilziel e): HIV-Positive und Hepatitis-Infizierte werden unterstützt.

Maßnahmen:

Die Mitarbeiter/-innen der Justizvollzugsanstalten werden noch stärker über die Situation von HIV- und Hepatitis-Infizierten aufgeklärt. Einige Projekte bieten Unterstützung der Inhaftierten für die Zeit nach der Entlassung an.

Stärkung der Selbsthilfe und des ehrenamtlichen Engagements Teilziel a): Selbsthilfestrukturen und ­projekte werden gestärkt.

Maßnahmen:

Die Projekte initiieren und begleiten Selbsthilfegruppen. Zur Stärkung der Selbsthilfe werden z. B. Räume und Infrastruktur bereitgestellt.

Teilziel b): Ehrenamtliches Engagement in der Projektarbeit wird koordiniert und gestärkt.

Maßnahmen:

Die Projekte koordinieren die Arbeit der Ehrenamtlichen und ermöglichen ihnen eine Mitgestaltung der Projektarbeit. Des weiteren werden die ehrenamtlich Tätigen fortlaufend qualifiziert und erhalten Supervision.

Zielgruppenspezifische Handlungsansätze

Das neue Aids stellt die Handlungsansätze der Prävention vor große Herausforderungen (nach: Rosenbrock, 2009):

Therapierbarkeit und die damit einhergehenden Folgen müssen Berücksichtigung finden; die veränderten Lebenserwartungen haben Auswirkungen auf die Beratungsbedarfe; die Präventionsarbeit muss eine unter Umständen damit einhergehende Sorglosigkeit bestimmter Zielgruppen berücksichtigen.

Gründe für inkonsistentes Präventionsverhalten sind in den Fokus der Forschungsbemühungen zu stellen; bisher liegen fast ausschließlich (begründete) Annahmen vor, zu entwickelnde zielgerichtete Präventionsstrategien und -botschaften müssen aber auf diesen Gründen basieren.

Waren die 80er und 90er Jahre von einer Vergesellschaftlichung des Sexualverhaltens bestimmt („Man(n) muss sich schützen!"), so hat nachfolgend eine Individualisierung (Einschätzung des eigenen persönlichen Risikos) stattgefunden.

Es gilt, eine „sozialräumliche Prävention" in den Szenen, in denen riskantes Verhalten stattfindet, zu gestalten.

Des weiteren sollte das Internet als Medium für die Prävention stärker als bisher genutzt sowie eine neue Qualität der Prävention entwickelt werden.

Diese qualitative Weiterentwicklung der HIV-Prävention muss sich an den Bedürfnissen der einzelnen Zielgruppen orientieren: der Fokus der Projekte, die sich an schwule Männer richten, sollte sich hin zur sexuellen Gesundheit verschieben, bei welcher der HIV/Aids-bezogene Anteil aber erkennbar bleiben muss.

Da die mit den einzelnen Zielen verbundenen Maßnahmen für die einzelnen Zielgruppen bereits weiter oben beschrieben worden sind, werden im nachfolgenden nur darüber hinausgehende Schwerpunkte für die nächsten Jahre erläutert.