Jobcenter

Sollte es tatsächlich zu einer Verschlechterung in der Versorgung kommen, wird die Senatsverwaltung zwischen den Akteuren vermittelnd tätig werden.

Psychosoziale Versorgung

Um der gestiegenen Zahl von mit HIV/Aids sowie HCV infizierten Menschen bedarfsgerecht Leistungen des therapeutisch betreuten Wohnens und der psychosozialen Betreuung zukommen lassen zu können, ist beabsichtigt, eigene Leistungsbeschreibungen für „seelisch behinderte Menschen mit HIV/Aids und/oder chronischer Hepatitis C" in den „Berliner Rahmenvertrag gemäß §79 Abs.1 SGB XII für Hilfen in Einrichtungen einschließlich Diensten im Bereich Soziales ­ BRV" aufzunehmen. Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz erarbeitet derzeit mit Projektträgern und dem DPW für den betreffenden Personenkreis Leistungsbeschreibungen für Verbünde von therapeutisch betreutem Wohnen (ambulante Dienste) sowie für die psychosoziale Betreuung der Zielgruppe.

Der nächste Schritt in diesem Bereich ist die Erarbeitung einer Leistungsbeschreibung für die psychosoziale Betreuung im Rahmen einer Tagesstätte nach §§ 53/54 SGB XII. Arbeit und Beschäftigung

Bei Förder- und Wiedereingliederungsmaßnahmen in die Arbeitswelt bedarf es einer verstärkten Aufklärung und Information von Job-Centern und Arbeitsagenturen bezüglich eines aktuellen und realitätsgetreuen Bildes von Aids als chronischer Krankheit. Denn erwiesenermaßen leistet die langfristige Sicherung der gesellschaftlichen Teilhabe durch Arbeit und Beschäftigung einen bedeutenden Beitrag zur Gesundheitsförderung und -erhaltung.

Freie Träger mit Beratungsangeboten zu HIV und Aids sollten daher als kompetente Ansprechpartner für Fragen rund um den Arbeitsmarkt für die Betroffenen agieren, auch um bei der Diagnose Aids zu verhindern, dass Mutlosigkeit und Depressionen nach krankheitsbedingten Ausfallzeiten einen Wiedereinstieg ins Berufsleben verhindern.

Grundsätzlich sollte HIV-/Aidsberatung möglichst alle Facetten abdecken, die Berufstätigkeit und Beschäftigung bei HIV-Infektion betreffen, d. h. von persönlichen Krisen nach der Diagnose bis hin zu konkreten arbeitsrechtlichen Fragen.

Bei Langzeitarbeitslosen mit einer bereits länger bekannten Diagnose bietet eine gezielte Förderung und diskriminierungsfreie Haltung in Form von Qualifizierungsmaßnahmen sowie Beratung und Coaching eine Möglichkeit der Reintegration ins Arbeitsleben. Hierbei sollten individuelle Vermittlungsschwierigkeiten und gesundheitliche Einschränkungen der Betroffenen natürlich berücksichtigt werden und eine Vernetzung mit anderen Akteuren der Arbeitsförderung betrieben werden.

Anzustreben ist außerdem das Wiederaufleben eines Informations- und Aufklärungsangebots für Arbeitgebende, Gewerkschaften und Interessenverbände am Arbeitsmarkt analog der LINK-UP Arbeitgeberinitiative, die als Teil der europäischen Gemeinschaftsinitiative EQUAL und Teilprojekt der deutschlandweiten Entwicklungspartnerschaft LINK-UP bis 2007 von der Schwulenberatung Berlin betrieben und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert wurde.

Im Mittelpunkt der LINK-UP Arbeitgeber-initiative standen die Information und Beratung von Arbeitgeber(inne)n, Personal-verantwortlichen sowie Arbeitsvermittler(inne)n und berater(inne)n zum Thema „HIV in der Arbeitswelt"; des weiteren wurden bundesweit kostenlose, in Zusammenhang mit dem Thema HIV/Aids stehende Fortbildungsveranstaltungen und Einzelberatungen angeboten.