Im Rahmen der Kooperation setzen die Projekte Impulse zur Weiterentwicklung der

Ziel 3: Stärkung der zielgruppenspezifischen Angebote durch verbindliche Kooperationen der Projekte im Handlungsfeld, mit angrenzenden Bereichen und mit den Institutionen in der Regelversorgung

Die inhaltliche und strukturelle Zusammenarbeit der im Handlungsfeld HIV/Aids, STI und Hepatitiden agierenden Projekte werden verbindlich geregelt. Darüber hinaus sollen bestehende Kooperationen mit Institutionen in der Regelversorgung ausgebaut bzw. neue Netzwerke und Strukturen aufgebaut werden.

Teilziele

Leistungen der Regelversorgung werden bei Bedarf in Anspruch genommen.

Die Kooperation der Projekte untereinander, mit angrenzenden Bereichen und mit den Institutionen in der Regelversorgung wird verstärkt.

Im Rahmen der Kooperation setzen die Projekte Impulse zur Weiterentwicklung der Regelversorgung.

Ziel 4: Verbesserung der gesundheitsbezogenen Chancengleichheit Ziel ist es, dass sich die Präventionsangebote an den Bedürfnissen der Zielgruppen und deren Lebensumstände orientieren. Dabei sollen die Angebote transparent und leicht zugänglich sein. Beratung und Betreuung sowie Pflege sollen den individuellen Bedürfnissen entsprechend gestaltet werden, auch unter Berücksichtigung der individuellen sozialen bzw. finanziellen Situation sowie von Sprachkompetenz, kultureller Herkunft, Aufenthaltsstatus, Religion, Geschlecht und sexuelle Identität.

Teilziele

Die Zielgruppen haben gleich(berechtigt)en Zugang zur sozialen, gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung.

Die Zielgruppen finden ein Umfeld vor, in dem Safer Sex und/oder Safer Use gefördert und verstärkt werden.

Ziel 5: Verstärkung der Prävention in Betriebsstätten, in denen sexuelle Begegnungen statt finden und/oder sexuelle Dienstleistungen angeboten werden

In Berlin sollen so genannte „Safer Settings" geschaffen werden. Ziel ist es, dass Betreiber von Betriebsstätten sich verpflichten, die Präventionsstandards in ihren Einrichtungen zu erfüllen.

Teilziele

In Betriebsstätten, in denen sexuelle Begegnungen statt finden und/oder sexuelle Dienstleistungen angeboten werden, sind Standards zur Erreichung von Safer Settings etabliert. delphi GmbH Beschreibung der Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen im Handlungsfeld „HIV/Aids, sexuell übertragbare Erkrankungen und Hepatitiden" in Berlin 13

Teilziele

Betreiber verpflichten sich zum Konzept des Safer Settings.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betriebsstätten sind für die Präventionsarbeit sensibilisiert.

Die Inhalte der Wirte-Selbstverpflichtung und die Qualitätsstandards, die von den teilnehmenden Betrieben erwartet werden können, sind den Zielgruppen bekannt.

Ziel 6: Förderung eines akzeptierenden und solidarischen Umgangs mit Menschen mit HIV/Aids und/oder Hepatitiden Diskriminierung und Stigmatisierung zwingen Betroffene, ihre Infektion zu verheimlichen. Ziel ist es deshalb, ein Klima der Solidarität und der Akzeptanz im Umgang mit Menschen mit HIV/Aids bzw. Hepatitiden zu schaffen. Dazu gehört, dass gesellschaftliche wie umfeldbedingte Benachteiligungen abgebaut werden, z. B. in der Arbeitswelt.

Teilziele

Menschen mit HIV/Aids und/oder Hepatitiden werden nicht diskriminiert.

Infektionskrankheiten werden in den Zielgruppen und der Bevölkerung offen thematisiert.

Die Integration von Menschen mit HIV/Aids und/oder Hepatitiden wird gefördert.

Ziel 7: Förderung der Gesundheit bei Menschen in Haftanstalten.

Ziel ist die Vermittlung von Informationen und Handlungskompetenzen zu Safer Sex bzw. Safer Use im Rahmen des Strafvollzugs.

Teilziele

Die Zielgruppen sind über Infektionsrisiken und Schutzmöglichkeiten aufgeklärt.

Die Zielgruppen finden ein Umfeld vor, in dem Safer Sex und/oder Safer Use gefördert und verstärkt werden.

Die psychische Stabilität in den Zielgruppen wird durch entsprechende Angebote erhalten bzw. verbessert.

Der Gesundheitszustand der Zielgruppen ist stabil bzw. verbessert.

HIV-positive und Hepatitis-infizierte Inhaftierte werden unterstützt.

Ziel 8: Stärkung der Selbsthilfe und des ehrenamtlichen Engagements

Die Arbeit im Handlungsfeld „HIV/Aids, STI und Hepatitiden" ist abhängig von der Unterstützung durch ehrenamtliches Engagement, der Arbeit von Freiwilligen und dem großen Angebot an Selbsthilfegruppen. Dieses Engagement soll weiterhin gefördert und unterstützt werden. delphi GmbH Beschreibung der Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen im Handlungsfeld „HIV/Aids, sexuell übertragbare Erkrankungen und Hepatitiden" in Berlin 14

Teilziele

Selbsthilfestrukturen und -projekte werden gestärkt.

Ehrenamtliches Engagement in der Projektarbeit wird koordiniert und gestärkt.

Zielgruppen der Arbeit Präambel Motivation zur Verhaltensänderung hängt zwar nicht ausschließlich, aber doch sehr stark von der adäquaten Ansprache der Adressaten ab. Dabei gilt es, sich auf die Besonderheiten der jeweiligen Zielgruppe einzustellen. Trotz aller Unterschiede sind bestimmte Grundsätze in der Gesundheitsförderung, über alle Zielgruppen hinweg, zu berücksichtigen:

Zum einen soll die Beratung abhängig vom Geschlecht des Adressaten erfolgen („Gender Mainstreaming"). Zum anderen soll die Beratung nicht von der sexuellen Orientierung der/des Ratsuchenden abhängen und sprachliche wie kulturelle Unterschiede sollen keine zusätzliche Hürde des Zugangs zum Beratungsangebot darstellen („Ethnicity Mainstreaming"). Beratung muss in einer Atmosphäre stattfinden, die es Menschen ermöglicht, trotz der sensiblen Thematik Vertrauen zu fassen und Hilfe annehmen zu können.

Sich verändernde Zielgruppen machen es notwendig, dass sich die Projekte im Handlungsfeld „HIV/Aids, sexuell übertragbare Erkrankungen und Hepatitiden" dem Bedarf anpassen können. Die nachfolgende Zielgruppenbeschreibung ist als ein aktuelles Bild zu verstehen, das einer regelmäßigen Überprüfung zu unterziehen ist.

Zielgruppen für die Arbeit im Handlungsfeld „HIV/Aids, sexuell übertragbare Erkrankungen und Hepatitiden" sind gleichermaßen Männer wie Frauen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder ihrem HIV-Serostatus. Ein besonderer Fokus der Arbeit liegt allerdings auf Menschen mit einer erhöhten Gefährdung, sich mit HIV, sexuell übertragbaren Erkrankungen oder Hepatitiden zu infizieren.

Epidemiologische Untersuchungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass es Personengruppen gibt, die ein erhöhtes Infektionsrisiko haben. Das RKI nennt hier an erster Stelle Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Aber auch intravenös Drogenkonsumierende und Konsumenten von Partydrogen sowie Menschen aus Hochprävalenzländern gehören dazu. Darüber hinaus ist die Gruppe der Frauen in der Sexarbeit zu erwähnen. Aber nicht nur die Prävention von Neuinfektionen, sondern auch die Beratung und Betreuung von Menschen mit HIV/Aids und Hepatitiden ist eine der im integrierten Gesundheitsvertrag geregelten Kernaufgaben. Die freien Träger in diesem Handlungsfeld haben sich darauf geeinigt, die verschiedenen Zielgruppen der Arbeit im Handlungsfeld „HIV/Aids, sexuell übertragbare Erkrankungen und Hepatitiden" in Berlin zwei übergeordneten Kategorien zuzuordnen: delphi GmbH Beschreibung der Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen im Handlungsfeld „HIV/Aids.