Teilziel 12 Die Zielgruppen sind über die Wechselwirkungen zwischen HIVAids STIs und Hepatitiden

B. öffentlichen Veranstaltungen mit Informationsständen und Aktionen gehören ebenso zu den personalkommunikativen Maßnahmen der Projekte. Eine weitere Maßnahme ist die Schulung von Multiplikatoren.

Geschult werden nicht nur Fachkräfte, sondern auch Ansprechpartner aus den Zielgruppen selber. Neben der Weitervermittlung von Präventionswissen ermöglichen die Ansprechpartner in den Communities den Projekten häufig einen ersten Zugang zu den Zielgruppen.

Teilziel 1.2: Die Zielgruppen sind über die Wechselwirkungen zwischen HIV/Aids, STIs und Hepatitiden aufgeklärt.

Maßnahmen: Neben der Vermittlung von Informationen zu HIV/Aids wird zunehmend die Gefahr von Infektionen mit Hepatitiden und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen thematisiert. In der Umsetzung des Teilziels kann auf die gleichen Maßnahmen zurückgegriffen werden wie unter Teilziel 1.1 beschrieben.

Teilziel 1.3: Die Zielgruppen sind über die Risiken des ungeschützten Sex, vor allem bei Sex mit einer hohen Anzahl an Sexualpartnern, aufgeklärt.

Maßnahmen: Zentral ist - wie bei den Teilzielen 1.1 und 1.2 - die Bereitstellung von Informationen.

Informationen werden analog zu den beiden genannten Teilzielen mündlich, schriftlich oder via Internet vermittelt.

Tabelle 2: Übersicht der Maßnahmen zu Ziel 1

Teilziel Maßnahme 1.1

1.2

1.3

Erarbeitung von spezifischen, auf unterschiedliche Lebenswelten bzw. auf kulturelle und ethnische Besonderheiten zugeschnittene Aufklärungs- und Informationsmaterialien

Bereitstellung von Informationen:

- mündlich

- schriftlich

- via Internet, Telefonberatung, E-Mailberatung und Chatberatung

- Durchführung von sowie Beteiligung an zielgruppenspezifischer Öffentlichkeitsarbeit

- Initiierung von (Medien-) Kampagnen

Multiplikatorenschulung (z. B. Fachkräfte, Ansprechpartner in den Communities, etc.)

Beratung zu Schutzverhalten und Risikomanagement

Aufsuchende Vor-Ort-Arbeit

Kontinuierliche Anpassung der Angebote und Maßnahmen an die Bedürfnisse der Zielgruppen delphi GmbH Beschreibung der Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen im Handlungsfeld „HIV/Aids, sexuell übertragbare Erkrankungen und Hepatitiden" in Berlin 25

Ziel 2: Stärkung der Handlungskompetenzen für die individuelle Gesunderhaltung und Förderung eines nachhaltigen Schutzverhaltens und dessen Implementierung im persönlichen Lebensstil Teilziel 2.1: Sozialleistungen werden in Anspruch genommen/Die Lebensgrundlage ist gesichert.

Maßnahmen: In der Beratungsstelle werden gemeinsam mit den Betroffenen sozialrechtliche Leistungsansprüche geklärt und Möglichkeiten zur Hilfe bei der materiell-finanziellen Existenzsicherung erörtert. Die Beratung zu Arbeitsstandards spielt für Frauen in der Sexarbeit eine wichtige Rolle. Die Betroffenen werden unterstützt bei der Durchsetzung von Leistungsansprüchen. Das reicht von der Hilfe beim Ausfüllen von Formularen bis hin zur persönlichen Begleitung zu Behörden und Ämtern.

Teilziel 2.2: Die soziale Situation der Zielgruppen ist stabil bzw. verbessert Maßnahmen: Voraussetzung für eine stabile soziale Situation ist, dass die Lebensgrundlage sowie die Wohnsituation gesichert sind (siehe Teilziel 2.1 und 2.4). In der Projektarbeit erfolgt darüber hinaus eine Planung der Lebensperspektive gemeinsam mit dem Betroffenen. In diesem Zusammenhang wird z. B. die berufliche Weiterentwicklung mit den Klientinnen und Klienten besprochen. Für Menschen in der Sexarbeit gibt es zusätzlich Angebote, die einen Ausstieg aus der Prostitution (z. B. bei Gewalterfahrungen und Ausbeutung) bzw. einen Wechsel in alternative berufliche Tätigkeiten ermöglichen sollen.

Teilziel 2.3: Der Gesundheitszustand der Zielgruppen ist stabil bzw. verbessert.

Maßnahmen: Die Stabilisierung des Gesundheitszustands wird sowohl durch eine gesundheitlichmedizinische Beratung gewährleistet als auch durch die Bereitstellung von medizinischer Basisversorgung, die die allgemeine medizinische Regelversorgung ergänzen.

Das Angebot der gesundheitlich-medizinischen Beratung reicht von der Beratung über Angebote der medizinischen/psychologischen Versorgung und die Pflege ergänzende Leistungen, über die Vermittlung von Handlungskompetenzen zu Safer Use bis hin zur Aufklärung über medizinische Aspekte der Substitution oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Die medizinische Basisversorgung umfasst sowohl die Diagnostik von Krankheiten als auch verschiedene Interventionen. Darüber hinaus bieten einige Projekte Möglichkeiten zur Körper- und Wäschepflege an oder auch Rückzugsmöglichkeiten zur Regeneration sowie materielle Hilfe in Form von Getränken und Lebensmitteln. Die pflegerische Versorgung von Menschen mit chronischen Infektionen ist über andere Kostenträger gewährleistet und erfolgt mit dem notwendigen Fachwissen zu Aids und Hepatitiden. Im Rahmen der Projektarbeit einzelner freier Träger in diesem Handlungsfeld werden die für eine gesundheitliche Stabilisierung erforderlichen, ergänzenden Maßnahmen durchgeführt, die anderweitig nicht sichergestellt sind.

Teilziel 2.4: Die Wohnsituation ist stabil.

Maßnahmen: Die Wohnsituation wird stabilisiert durch Beratung, Vermittlung, Bereitstellung von Wohnraum bzw. durch Absicherung von Wohnraum oder betreutem Wohnen. delphi GmbH Beschreibung der Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen im Handlungsfeld „HIV/Aids, sexuell übertragbare Erkrankungen und Hepatitiden" in Berlin 26

Teilziel 2.5: Ein nachhaltiges Schutzverhalten wird im persönlichen Lebensstil umgesetzt.

Maßnahmen: Das Wissen um Schutzmöglichkeiten ist eine der Voraussetzungen dafür, dass ein nachhaltiges Schutzverhalten im persönlichen Lebensstil umgesetzt wird. Die Vermittlung von Wissen wird einerseits durch die Bereitstellung von Informationen gewährleistet (siehe Teilziel 1.1) und andererseits durch die Beratung zu gesundheitlichmedizinischen Themen. Neben der Vermittlung von Wissen stehen die Mobilisierung vorhandener Ressourcen und die Motivierung zur Eigenverantwortung im Vordergrund. Die Projekte unterstützen die Betroffenen dabei, die Fähigkeit (wieder) zu erlernen, im Alltag eigenständig zu handeln und bieten ihnen dazu Hilfestellungen an.

Neben diesen Maßnahmen, die sich direkt an die Zielgruppen richten, wird im Sinne der Verhältnisprävention Lobbyarbeit zur Verbesserung der gesellschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen betrieben, so dass ein Umfeld entsteht, in dem die Umsetzung des Schutzverhaltens möglich ist.

Teilziel 2.6: Die Zielgruppen sind über den Einfluss des Konsums von legalen und illegalen Drogen auf das Infektionsrisiko aufgeklärt.

Maßnahmen: Der Konsum von legalen wie illegalen Drogen ist ein Vulnerabilitätsfaktor, der in allen Zielgruppen eine Rolle spielt. In der Beratung wird der Einfluss des Konsums auf das Infektionsrisiko thematisiert, es werden Ursachen und Risiken des Konsums besprochen, sowie Angebote der Drogenhilfe vorgestellt und gegebenenfalls Betroffene in die entsprechenden Einrichtungen vermittelt. Darüber hinaus werden Handlungskompetenzen zu Safer Use und Harm Reduction-Strategien im Rahmen des Risikomanagements vermittelt.

Teilziel 2.7: Die psychische Stabilität in den Zielgruppen soll durch entsprechende Angebote erhalten bzw. verbessert werden.

Maßnahmen: Ängste oder Konflikte können die Stabilität der Psyche beeinflussen und sich auf das individuelle Schutzverhalten auswirken. Die Projekte in diesem Handlungsfeld halten Angebote vor, die auf eine Stärkung des Selbstwertgefühls zielen. Die Berliner Projekte im Handlungsfeld „HIV/Aids, STI und Hepatitiden" bieten deshalb ein breites Spektrum an psychosozialer Beratung, Betreuung und Gruppenarbeit an. Bei Bedarf wird eine Krisenintervention angeboten.

Teilziel 2.8: Die Zielgruppen sind hinreichend über HIV/STI-Diagnostikverfahren informiert.

Maßnahmen: Jede Testdiagnostik sollte in eine Beratung vor und nach der Diagnostik eingebettet sein. Diese wird von einzelnen Projekten im Rahmen der zur Verfügung stehenden Beratungsarbeit angeboten. Die Beratung zu den verschiedenen Diagnostikverfahren ist nicht von der tatsächlichen Durchführung eines Tests abhängig.

Teilziel 2.9: Testangebote werden in den Zielgruppen entsprechend den Infektionsrisiken in Anspruch genommen.

Maßnahmen: Menschen mit Risikoverhalten werden ermutigt, ihren Infektionsstatus festzustellen.

Gegebenenfalls erfolgt eine Weitervermittlung an Einrichtungen, die einen HIVAntikörpertest durchführen. Ergänzend zu den Testangeboten insbesondere des delphi GmbH Beschreibung der Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen im Handlungsfeld „HIV/Aids.