Integration

Tabelle 5: Übersicht der Maßnahmen zu Ziel 4

Teilziel Maßnahme

Beratung und Vermittlung

Medizinische Basisversorgung

Lobbyarbeit

Bereitstellung von sterilen/hygienischen Konsumutensilien

Motivierung zu Schutzverhalten

Bereitstellung von Kondomen und Hygieneartikeln Ziel 5: Verstärkung der Prävention in Betriebsstätten, in denen sexuelle Begegnungen statt finden und/oder sexuelle Dienstleistungen angeboten werden Teilziel 5.1: In Betriebsstätten, in denen sexuelle Begegnungen statt finden und/oder sexuelle Dienstleistungen angeboten werden, sind Standards zur Erreichung von Safer Settings etabliert.

Maßnahmen: Für die Sicherstellung von Safer Settings in Betriebsstätten, die sexuellen Begegnungen dienen, werden Kooperationen mit den Betreibern angestrebt bzw. ausgebaut.

Teil dieser Kooperationen sind beispielsweise regelmäßige „Wirte-Treffen", bei denen die Betreiber der Etablissements über Schutzmöglichkeiten vor Ort informiert werden.

Dazu gehört, dass Informationsmaterialien zu HIV, Hepatitiden und sexuell übertragbaren Erkrankungen in den Betriebsstätten bereitgestellt werden, sowie die Verfügbarkeit von kostenlosen Materialien (z. B. Kondome oder Gleitmittel) in gebrauchsüblichen Mengen zur Verhütung von HIV/Hepatitiden und sexuell übertragbaren Erkrankungen. Bei der Umsetzung der Standards werden die Betreiber unterstützt (z. B. Vermittlung von Kontakten zu Herstellern von Präventionsmaterialien). Die Betreiber sollen darüber hinaus bei der Integration der Selbstverpflichtung in den Betriebsablauf begleitet, beraten und motiviert werden. Verstöße gegen die Kooperationsvereinbarung werden dokumentiert.

Teilziel 5.2 Betreiber verpflichten sich zum Konzept der Safer Settings.

Maßnahmen: Die unter 5.1 beschriebene Kooperation soll in Vereinbarungen zwischen den Kooperationspartnern verbindlich geregelt werden. Dabei sollen die Betreiber bzw. Veranstalter in die Entwicklung von Kooperationsvereinbarungen eingebunden werden.

Teilziel 5.3 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betriebsstätten sind für die Präventionsarbeit sensibilisiert.

Maßnahmen: Durchgeführt werden Schulungen für Betreiberinnen und Betreiber sowie Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter von Orten der sexuellen Begegnung in den Themenbereichen „Männer, Sex, Gesundheit", Aufklärung zu HIV/Aids, STIs und Hepatitiden sowie zum Einfluss von (Party-) Drogen auf das Infektionsrisiko. delphi GmbH Beschreibung der Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen im Handlungsfeld „HIV/Aids, sexuell übertragbare Erkrankungen und Hepatitiden" in Berlin 31

Teilziel 5.4 Die Inhalte der Wirte-Selbstverpflichtung und die Qualitätsstandards, die in den teilnehmenden Betrieben erwartet werden können, sind den Zielgruppen bekannt.

Maßnahmen: Durch die Entwicklung einer Marke bzw. eines Logos die/das für die WirteSelbstverpflichtung steht, sollen die vereinbarten Qualitätsstandards bekannt und die teilnehmenden Einrichtungen erkennbar gemacht werden. Dies geschieht im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit und werblicher Maßnahmen zur Verstärkung der Wahrnehmung der Wirte-Selbstverpflichtung. In diesem Zusammenhang sollen der Aufbau und die Pflege von Medienpartnerschaften verstärkt werden.

Tabelle 6: Übersicht der Maßnahmen zu Ziel 5

Teilziel Maßnahme

Intensivierung und Ausbau der Zusammenarbeit mit Betrieben und Veranstaltern, die Sex vor Ort ermöglichen.

Koordination, Organisation und Moderation von Wirte-Treffen

Unterstützung bei der Umsetzung der Wirte-Selbstverpflichtung

Lobbyarbeit

Abschluss von Kooperationsvereinbarungen mit den Betreibern

Durchführung von Schulungsmaßnahmen

Entwicklung einer Marke, eines Logos und eines Corporate Designs für die Wirte-Selbstverpflichtung

Öffentlichkeitsarbeit und werbliche Maßnahmen zur Verstärkung der Wahrnehmung der Wirte-Selbstverpflichtung

Aufbau und Pflege von Medienpartnerschaften Ziel 6: Förderung eines akzeptierenden und solidarischen Umgangs mit Menschen mit HIV/Aids und/oder Hepatitiden Teilziel 6.1: Menschen mit HIV/Aids und/oder Hepatitiden werden nicht diskriminiert.

Maßnahmen: Der Diskriminierung von Menschen mit HIV/Aids und/oder Hepatitiden soll entgegengetreten werden, indem Verständnis für die Situation der Betroffenen geschaffen wird.

In Berlin geschieht dies sowohl durch die Öffentlichkeitsarbeit der Projekte als auch durch Sensibilisierung der Allgemeinbevölkerung für die Probleme der Zielgruppen.

Teilziel 6.2: Infektionskrankheiten werden in den Zielgruppen und der Bevölkerung offen thematisiert.

Maßnahmen: Ein großes Problem ist nach wie vor die Tabuisierung von HIV und Aids. Die Aufgabe der Projekte im Handlungsfeld besteht deshalb darin, den Umgang mit HIV/Aids zu enttabuisieren. Erreicht wird dies durch die Vermittlung von Informationen zum Infektionsrisiko und über Schutzmöglichkeiten. Die Informationsvermittlung erfolgt durch personale Kommunikation bzw. durch den Einsatz verschiedener Medien (Flyer etc.). delphi GmbH Beschreibung der Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen im Handlungsfeld „HIV/Aids, sexuell übertragbare Erkrankungen und Hepatitiden" in Berlin 32

Teilziel 6.3: Die Integration von Menschen mit HIV/Aids und/oder Hepatitiden wird gefördert.

Maßnahmen: Die Projekte halten Angebote vor, die den Betroffenen einen Zugang zu Arbeit, Wohnraum und kulturellen Angeboten ermöglichen. Darüber hinaus werden Veranstaltungen zur Begegnung von Menschen mit und ohne HIV bzw. Aids organisiert.

Tabelle 7: Übersicht der Maßnahmen zu Ziel 6

Teilziel Maßnahme

Öffentlichkeitsarbeit

Aufklärung über die Probleme der Zielgruppen

Bereitstellung von Informationen

- mündlich

- schriftlich

Bereitstellung von Angeboten, die einen Zugang zu Arbeit, Wohnraum und kulturellen Angeboten ermöglichen

Organisation von Begegnungsangeboten Ziel 7: Förderung der Gesundheit für Menschen in Haftanstalten Teilziel 7.1: Die Zielgruppen sind über Infektionsrisiken und Schutzmöglichkeiten aufgeklärt.

Maßnahmen: Ähnlich wie unter Teilziel 1.1 beschrieben, steht die Vermittlung von Informationen im Vordergrund. Von zentraler Bedeutung für Arbeit mit Menschen in Haftanstalten ist die personale Kommunikation.

Teilziel 7.2: Die Zielgruppen finden ein Umfeld vor, in dem Safer Sex und/oder Safer Use gefördert und verstärkt werden.

Maßnahmen: Die Schaffung eines Safer Settings, in dem z. B. die Vergabe von Spritzen möglich ist, ist in Haftanstalten besonders schwierig. Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels setzen vor allem auf politischer und gesellschaftlicher Ebene an und versuchen, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass Safer Sex bzw. Safer Use akzeptiert werden. Nur sehr vereinzelt ist der Spritzentausch in den Berliner Haftanstalten noch möglich.

Teilziel 7.3: Die psychische Stabilität in den Zielgruppen wird durch entsprechende Angebote erhalten bzw. verbessert.

Maßnahmen: Die Projekte halten ein Angebot an psychosozialer Beratung für Inhaftierte vor.

Teilziel 7.4: Der Gesundheitszustand der Zielgruppen ist stabil.

Maßnahmen: Die Projekte bieten neben der Beratung zur Inanspruchnahme medizinischer Versorgung auch Beratung zur Substitutionsbehandlung in der Haft an.

Teilziel 7.5: HIV-positive und Hepatitis-infizierte Inhaftierte werden unterstützt. delphi GmbH Beschreibung der Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen im Handlungsfeld „HIV/Aids.