Masterplan zur Weiterentwicklung des Kulturforums aktualisieren

Der Senat wird aufgefordert, auf der Grundlage der Beschlüsse des Abgeordnetenhauses das Konzept zur Weiterentwicklung des Kulturforums (Masterplan) zu aktualisieren. Dabei sind die weiterhin gültigen Essentials des Konzeptes zu beachten:

- das Forum ist als öffentlicher Raum zu qualifizieren,

- den vier architektonischen Monumenten ist der gebührender Respekt zu erweisen,

- die freie Sichtbeziehung über den Stadtlandschaftsraum von der Nationalgalerie zur Philharmonie ist zu erhalten,

- es ist eine fußgängerfreundliche Vernetzung mit dem umliegenden Tiergarten und dem Potsdamer Platz zu schaffen,

- die derzeitigen freiraumkonzeptionellen Überlegungen und künftigen Aufgaben des Ortes sind zu berücksichtigen.

Auf die Umbauung der St. Matthäuskirche und die Schaffung eines der Kirche zugeordneten Stadtplatzes wird verzichtet.

Die am Ort betroffenen Einrichtungen und Institutionen sind einzubeziehen. In dem Konzept sind mögliche landeshaushaltswirksame Belastungen darzustellen.

Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum September 2010 zu berichten.

Begründung:

Das Kulturforum bedarf auch künftig entsprechend den bisherigen Beschlüssen des Abgeordnetenhauses einer Weiterentwicklung. Das vorrangige Ziel des Masterplanes zur Weiterentwicklung, ist das Freihalten der Mitte des Kulturforums von Bebauung sowie die Aufwertung des öffentlichen Raumes. Dies entspricht den als Grundlage des Masterplanes 2004 beschlossenen städtebaulichen Essentials Nr. 1, 2, 5 und 6. Das Essential 3, die Umbauung der St. Matthäuskirche und die Schaffung eines der Kirche zugeordneten Stadtplatzes wird aufgegeben, da es mit dem Grundsatz des Respekts gegenüber dem von Scharoun geschaffenen Ensemble architektonischer Monumente im Widerspruch steht.

Eine Realisierung der Baupotenziale an den Rändern des Kulturforums oder die erwogene Errichtung eines Museumsplatzes anstelle der jetzigen Eingangssituation (Essential 4, 7) ist dagegen in absehbarer Zeit weder für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz noch für das Land Berlin oder für private Bauherren möglich.

Als Folge daraus kann die geforderte Kostenneutralität (Essential 8) zur Zeit nicht umgesetzt werden.

Die städtebauliche Notwendigkeit von Baupotenzialen im engen Umfeld des Kulturforums und die Angemessenheit einzelner bisher geplanter baulicher Ergänzungen muss deshalb überprüft werden.

Für eine kurzfristige Qualifizierung des Kulturforums sollen dennoch wichtige Schritte umgesetzt werden:

- Weite Teile des öffentlichen Raumes können nach einem aktualisierten Freiraumkonzept von Valentien + Valentien realisiert werden. Damit kann das Ziel einer Aufwertung des öffentlichen Raumes entsprechend der hochwertigen kulturellen Nutzung und der bedeutenden Architekturen weitgehend umgesetzt werden.

- Eine gewünschte Erweiterung der Philharmonie durch ein zusätzliches Baufeld steht diesen Überlegungen nicht im Wege.

- Ein Lichtkonzept soll die städtebauliche und freiräumliche Gestaltung unterstützen.

Die aktuellen Diskussionen ergaben zudem, dass es flankierend einer Aufwertung des Images des Ortes bedarf, die nur über eine Kooperation mit den Anrainern zu erreichen ist. Hierzu sollen ein gemeinsames Kulturkonzept im Sinne der Bespielung der Außenräume und ein gemeinsames Corperate Design Konzept zur Stärkung des Kulturforums erarbeitet werden. Diesem Ziel kann auch ein am Ort zu errichtendes Besucherzentrum dienen, ergänzt durch gastronomische Angebote als zentralem Anlaufpunkt.