Unterrichtsversorgung sichern, Lehrermangel begegnen: Lehrer rein in den Unterricht und raus aus außerunterrichtlichen Anrechnungs- und Ermäßigungsstunden!

Das Abgeordnetenhaus fordert den Senat auf, zu prüfen, in welchem Umfang die 2.603 Vollzeitlehrerstellen (Schuljahr 2009/10) für außerunterrichtliche Anrechnungs- und Ermäßigungsstunden wieder der Unterrichtsversorgung zur Verfügung gestellt werden können.

Die Überprüfung soll insbesondere klären:

1) Welche Anrechnungs- und Ermäßigungsstunden sind zwingend notwendig?

2) Welche Anrechnungs- und Ermäßigungsstunden müssen zwingend durch Lehrkräfte und welche können auch durch andere Berufsgruppen abgedeckt werden?

3) Welche Anrechnungs- und Ermäßigungsstunden können durch die 1.153 längerfristig mit Bezügen abwesenden Vollzeitlehrerstellen abgedeckt werden?

Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum 28.2.2011 zu berichten.

Begründung: Angesichts von Unterrichtsausfall, unzureichender Unterrichtsversorgung und insbesondere angesichts eines sich deutlich abzeichnenden strukturellen Lehrermangels, muss der Senat größere Anstrengungen unternehmen, die vorhandenen Lehrkräfte zielgerichteter und insbesondere aufgabengerechter einzusetzen.

Im Schuljahr 2009/10 standen 21.609 Vollzeitlehrerstellen für den Unterricht zur Verfügung und zusätzlich 2.603 Vollzeitlehrerstellen für außerunterrichtliche Anrechnungs- und Ermäßigungsstunden (Drs. 16/14459). Somit war jeder 9.

Lehrer nicht im Unterricht tätig. Da dieser Anteil im Bundesvergleich nach KMK-Zahlen (Drs. 16/14612) überdurchschnittlich hoch ist sowie eine steigende Tendenz aufweist, besteht doppelter Handlungsbedarf.

Im Rahmen einer zukunftstauglichen Schulorganisation müssen die außerunterrichtlichen Anrechnungs- und Ermäßigungsstunden deshalb auf zwingende Notwendigkeit überprüft werden. Dabei muss auch geklärt werden, welche Aufgaben (insbesondere bei Organisation und Beratung, z. B. IT-Betreuung) auch durch andere Berufsgruppen erfüllt werden können, um die Lehrkräfte zu entlasten, so dass sie stattdessen unterrichten können. Da es im Schuljahr 2009/10 darüber hinaus 1.153 Vollzeitlehrerstellen gab, die „nicht verfügbar" waren (Drs. 16/14676), sollte zusätzlich überprüft werden, inwieweit diese für notwendige außerunterrichtliche Anrechnungs- und Ermäßigungstatbestände eingesetzt werden können.