Fachhochschule

Die Berichterstattung hat deutlich gemacht, dass nur die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin sowie die „Alice-Salomon"-Hochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin in der Lage waren, mehr als 50 % ihrer Stellenneubesetzungen aus dem eigenen Bestand oder der gemeinsamen Personalmanagementliste zu organisieren. Ausnahmen waren in größerem Umfang erforderlich, um den erforderlichen Stellenanforderungen gerecht zu werden. Dies zeigte sich insbesondere an Hochschulen, an denen ein hoher Anteil des sonstigen Personals dem technischen Personal zugehört. Darüber hinaus berichten die Hochschulen regelmäßig, dass das Angebot ihrer Stellen an den anderen Hochschulen nur in Ausnahmefällen Ergebnisse zeitigt.

Im Berichtsjahr 2009 hat sich der planmäßige Trend des Ausbaus der Beschäftigtenzahlen an den Fachhochschulen bei Reduzierung des an den Universitäten beschäftigten Personals weiter fortgesetzt. Die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen nach Hochschularten im gesamten Hochschulvertragszeitraum bezogen auf das Basisjahr 2005 ist in Tabelle 1.4 dargestellt. Entsprechende Zeitreihen ab dem Jahr 2000 finden sich im Anhang.

Tabelle 1. März 2006 informiert. Nahezu alle Studiengänge sind mittlerweile akkreditiert. Die entsprechenden Mittel wurden plafonderhöhend in die vertraglichen Zuschüsse der jeweiligen Fachhochschulen integriert.

Im Hochschulvertragszeitraum 2006 bis 2009 haben die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin und die Technische Universität Berlin weitere 6,8 Mio. plafondsenkend an den Strukturfonds abgeführt. Die Mittel werden für die Anschlussfinanzierung der im Rahmen des Masterplans - Ausbildungsoffensive und des Hochschulpakts 2020 an den Fachhochschulen aufgebauten Studienanfängerplätze eingesetzt.

3. Verbesserung der Wirtschaftlichkeit

Die Berichte der Hochschulen sind von einer Verstetigung der bereits früher eingeleiteten Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz von Leistungen und Kosten, der Steuerungsfähigkeit des Hochschulbudgets sowie der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und nicht von substantiell neuen Aktivitäten geprägt. Gleichwohl zeigen einzelne Maßnahmen, wie zum Beispiel die Einführung einer Clearingstelle für Umsatzsteuerfragen an der Humboldt-Universität zu Berlin oder die Neuordnung der Bauverwaltung an der Universität der Künste Berlin, dass die Hochschulen ihren administrativen Gestaltungsauftrag wahrnehmen. Dies gilt insbesondere für die Einführung neuer Verwaltungs-Software sowie für die Administrierung der entsprechenden Schnittstellen.

Gleiches gilt auch für die Kosten-Leistungs-Rechnung, die inzwischen auf viele Bereiche ausgerollt wurde.

Bereits zu Beginn des Vertragszeitraumes, im Jahre 2006, haben die drei künstlerischen Hochschulen mit der Gründung eines gemeinsamen ServiceCenters Haushalt die Voraussetzungen geschaffen, um die Bereiche Controlling und Berichtswesen zu optimieren. 2007 folgte das hochschulübergreifende Zentrum Weiterbildung als ein Zentralinstitut für Weiterbildung an der Universität der Künste Berlin. Für die Einführung weiterer gemeinsamer Service-Stellen sehen die Kunsthochschulen keinen Bedarf.

Die im Jahr 2009 vollzogene Fusion der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin mit der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin zur Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin eröffnet die Möglichkeit, Synergie-Effekte wirksam werden zu lassen und Optimierungspotenziale nutzbar zu machen.

Zum Facility Management berichten die Hochschulen über den erreichten Stand. Die Universitäten haben 2009 mit der Einführung des Mieter-Vermieter-Modells begonnen.

Zur weiteren Entwicklung verweist die Freie Universität Berlin stellvertretend auf den ausführlichen Bericht zur Standortentwicklung und zum Facility Management, den sie dem Wissenschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses auf dessen Anforderung zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin und der Technischen Universität Berlin im 2. Quartal 2010 vorgelegt hat.

Die Fachhochschulen waren von Beginn an in den diesbezüglichen Entwicklungsprozess bei den Universitäten eingebunden und haben auf Basis der dort gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam einheitliche Grundlagen für ihre Flächenbewertung und die Geschäftsprozesse der Flächenbewirtschaftung erarbeitet. Die Beuth-Hochschule für Technik Berlin stellt den Arbeitsprozess und die Arbeitsergebnisse stellvertretend für die übrigen eingehend dar. Bei den Kunsthochschulen nimmt die Humboldt-Universität zu Berlin die Bewirtschaftungsaufgaben für die Hochschule für Musik „Hanns Eisler" und die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch" wahr. Die Kunsthochschule Berlin-Weißensee hat der Humboldt-Universität zu Berlin die Planung und Durchführung ihrer Baumaßnahmen im Rahmen des Konjunkturprogramms II übertragen.

Das Konjunkturprogramm II, das aufgrund der anspruchsvollen zeitlichen und inhaltlichen Vorgaben erhebliche Ressourcen gebunden hat, ist eine besondere Herausforderung für die Hochschulen. Insgesamt werden 101 Einzelmaßnahmen mit 92,6 Mio. gefördert, 80 davon sind Baumaßnahmen. Da die für Landesbaumaßnahmen übliche Unterstützung durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kapazitätsbedingt nicht zur Verfügung stand, wurde den Universitäten sowie den Fach- und Kunsthochschulen für die im Rahmen des Konjunkturpakets II durchzuführenden baulichen Maßnahmen die Bauherrenschaft übertragen. Die Baudienststellen der Universitäten übernahmen überwiegend die anstehenden Aufgaben für die Fach- und Kunsthochschulprojekte zusätzlich zu den eigenen Maßnahmen. Ergänzend wurden von den Einrichtungen externe Projektsteuerer sowie die eigenen technischen Abteilungen betraut. Die bisherige sehr erfolgreiche Umsetzung dieses Programms spricht dafür, dass die Hochschulen in dieser Hinsicht gut und vor allem flexibel aufgestellt sind. Dies wird auch durch die große Bandbreite der Maßnahmen belegt, zu denen energetische Sanierungen von Dächern, Fenstern und Fassaden genauso gehörten wie komplette Gebäude-Neubauten und zahlreiche Spezialumbauten im Innenbereich.

In den Hochschulvertragsverhandlungen in 2009 ist deutlich geworden, dass die Hochschulen sehr unterschiedlich in der Lage sind, sich den administrativen Herausforderungen neuer Elemente der Hochschulsteuerung zu stellen. Gerade für die kleineren Hochschulen wird sich voraussichtlich die Notwendigkeit ergeben, durch kostensparende Kooperationen weitere administrative Kompetenz zu generieren.

4. Strukturplanung

Die Universitäten weisen darauf hin, dass die letzte umfassende und abgestimmte Strukturplanung in 2004 stattfand und dass diese nunmehr weitgehend umgesetzt wurde. Eine neue umfassende Strukturplanung hat aufgrund der Hochschulvertragsverhandlungen im letzten Jahr und der laufenden Exzellenzinitiative noch nicht stattgefunden. Die Universitäten haben ihre Strukturpläne jedoch bei der Einrichtung und Zweckbestimmung von Professuren in begründeten Einzelfällen weiterentwickelt; die Fachhochschulen realisierten dies durch die Neueinrichtung von Studiengängen im Rahmen des Hochschulpaktes 2020 und des Masterplans - Ausbildungsoffensive.

Alle Universitäten kooperieren stärker miteinander, mit Hochschulen in Brandenburg sowie mit außeruniversitären Einrichtungen. Dies belegen die großen gemeinsamen Forschungsverbünde, wie das MATHEON oder die Gründung der Plattform GEO-X, welche die Aktivitäten im Bereich Geowissenschaften in der Region bündeln und intensivieren soll.