Die künstlerischen Hochschulen evaluieren gegenwärtig ihre hochschulübergreifende Zusammenarbeit

Forschungseinrichtungen statt, deren Ergebnisse die Zusammenarbeit unter den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sichtbarer machen. Ebenso ist die wachsende Zahl der S-Professuren an allen Universitäten ein Ausweis für die zunehmende Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Insbesondere die Technische Universität Berlin baut darüber hinaus ihre Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen weiter aus und hat neue Stiftungsprofessuren eingeworben.

Die künstlerischen Hochschulen evaluieren gegenwärtig ihre hochschulübergreifende Zusammenarbeit. Neben ihren Kooperationen untereinander suchen die künstlerischen Hochschulen in fachlich passenden Bereichen auch die Kooperation mit den Universitäten. Gleiches gilt für die Fachhochschulen. Sie stimmen ihre Schwerpunkte und Profile auch mit Universitäten und den beiden konfessionellen Fachhochschulen ab und unterrichten sich über ihre Berufungen. Mit den Fachhochschulen Brandenburgs finden regelmäßige Treffen auf Rektorenebene statt.

5. Public Health

Das Konzept für den Aufbau einer Berlin School of Public Health (BSPH) an der Charite ­ Universitätsmedizin Berlin wurde vertragsgemäß im Juli 2006 vorgelegt und in der Folgezeit weiterentwickelt. Die Technische Universität Berlin beteiligt sich durch die Finanzierung einer Professur mit Ausstattung und über das Angebot von studienordnungsrelevanten Kursen auf Masterniveau, die von den Studierenden der BSPH belegt werden können. Auch die Freie Universität Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin haben die vor Beginn des Vertragszeitraumes auf dem Gebiet von Public Health vorhandenen Ressourcen zunächst erhalten. Sie berichten jedoch, dass sie diese nicht in das Lehrangebot der BSPH einbringen können, ohne andere grundständige Studiengänge zu gefährden.

6. Fortschreibung von Studienplätzen

Im Hochschulvertragszeitraum 2006 bis 2009 wurde die Umstellung des Studienplatzangebotes der Berliner Hochschulen auf die gestufte Studienstruktur mit Bachelor- und Masterstudiengängen fortgesetzt und der quantitative Ausbau der Studienmöglichkeiten eingeleitet.

Das Land hat die Schaffung zusätzlicher Studierchancen im Rahmen der Zielvereinbarungen zum Hochschulpakt 2020 vom 28. März 2007 und mit der Ausbildungsoffensive des Masterplans „Wissen schafft Berlins Zukunft!" vom 15. Februar 2008 durch zusätzliche studienplatzbezogene Finanzierungsbeiträge zweckgebunden unterstützt.

Durch die Weiterführung des Fachhochschulstrukturfonds wurde der Anteil an Fachhochschulstudienplätzen am gesamten Berliner Studienplatzangebot nachhaltig erhöht.

Im Ergebnis hat sich das Angebot an Studienplätzen in grundständigen Studiengängen (Studierende im 1. Fachsemester mit dem Ziel des Erwerbs eines ersten akademischen Abschlusses) im Vertragszeitraum in der Gesamtbetrachtung aller staatlichen Berliner Hochschulen wie folgt verändert: Der Anteil an Fachhochschulstudienplätzen ist von 31 % auf 37 % gestiegen und hat damit die Zielmarke von 40 % fast erreicht. Der Anteil der Bachelorstudienplätze am grundständigen Lehrangebot hat sich mehr als verdoppelt und beträgt inzwischen 86 % (vgl. Grafik 6.1).

Neben den grundständigen Studiengängen werden ca. 300 Masterstudiengänge und ca. 80 weiterbildende Studiengänge angeboten.

Grafik 6.1: Veränderung des Studienplatzangebots mit Erwerb des 1. akademischen Grades an den staatlichen Hochschulen

Im Rahmen des Hochschulpaktes 2020 hat sich das Land Berlin verpflichtet, im Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2010 eine jährliche Studienanfängerzahl (Studierende im

1. Hochschulsemester) von 19.500 zu halten. Die mit den staatlichen Universitäten und Fachhochschulen sowie mit den kirchlichen Hochschulen geschlossenen Zielvereinbarungen, die diese Ausbildungsverpflichtung auf die einzelnen Hochschulen aufteilen, konnten bisher weit überboten werden.

Für das Jahr 2009 stellen sich die Ergebnisse wie folgt dar: Die Berliner Hochschulen (einschließlich der privaten staatlich anerkannten, der kirchlichen Hochschulen und der Charite) nahmen insgesamt 26.326 Studienanfängerinnen und Studienanfänger im

1. Hochschulsemester auf. Berlin liegt damit um 6.826 Studienanfängerinnen und Studienanfänger über der Mindestzahl aus der ersten Programmphase des Hochschulpaktes 2020. Dabei entfallen auf die staatlichen Berliner Universitäten 3.575 und auf die staatlichen und kirchlichen Fachhochschulen 1.111 zusätzliche Studienanfängerinnen und Studienanfänger im 1. Hochschulsemester sowie auf die künstlerischen Hochschulen, die Charite - Universitätsmedizin und die privaten ­ staatlich anerkannten Hochschulen, mit denen keine Zielvereinbarungen abgeschlossen wurden, zusammen 2.140 zusätzliche Studienanfängerinnen und Studienanfänger im 1. Hochschulsemester.

Dieser Aufwärtstrend wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. In den Hochschulverträgen für den Zeitraum 2010 bis 2013 haben sich die staatlichen Berliner Hochschulen verpflichtet, bis zum Jahr 2012 schrittweise bis zu ca. 6.000 Studienanfängerinnen und -anfänger im 1. Hochschulsemester im Vergleich zu den Ist-Zahlen des Jahres 2008 zusätzlich aufzunehmen.

IST Berlin gesamt: inklusive künstlerische Hochschulen, Charite-Universitätsmedizin und private

­ staatlich anerkannte ­ Hochschulen, mit denen keine Zielvereinbarungen abgeschlossen wurden.

IST Fachhochschulen: einschließlich kirchliche Hochschulen.

7. Vernetzung in der Lehrerbildung innerhalb und zwischen den Hochschulen

Die lehrerbildenden Hochschulen haben auch in 2009 ihre vertragliche Verpflichtung zur Bereitstellung von 850 Lehramtsabsolventinnen und -absolventen erfüllt. Die Absolventinnen und Absolventen kamen hauptsächlich aus den auslaufenden Staatsexamensstudiengängen und erst zu einem geringen Teil aus der Masterausbildung.

Das Jahr 2009 war vor allem durch die Diskussion über die Neugestaltung der Lehrerbildung geprägt, wie sie mit der Umsetzung des Quedlinburger Beschlusses und den Passagen zur Lehrerbildung in den neuen Hochschulverträgen verbunden war.

Alle lehrerbildenden Hochschulen haben im Rahmen der Qualitätssicherung umfängliche Befragungen zur Studienzufriedenheit der Lehramtskandidaten durchgeführt. Damit ist eine erste empirisch-statistische Basis für die spätere Evaluation der Lehrerbildung gegeben. Insgesamt sind die Ergebnisse ermutigend: Nach Aussage der Freien Universität Berlin haben bisher im viersemestrigen Masterstudiengang 77 % und im zweisemestrigen Master 82 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Studium in der Regelstudienzeit beendet. Positiv wurde in den Umfragen die größere Praxisnähe gesehen, als negativ wurde eine gewisse inhaltliche Verengung des Lehrstoffes bewertet.