Photovoltaik

Die Einwerbung von Drittmitteln ist aber nicht auf die Programme der Deutschen Forschungsgemeinschaft beschränkt, sondern richtet sich auch auf die Förderprogramme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie auf alle Förderlinien der Europäischen Union und privaten Stiftungen. Die Hochschulen unterstützen die Antragstellung durch verschiedene Instrumente wie Innovationsfonds oder interne Forschungsförderung von Forschungskommissionen.

So nahmen an der Freien Universität Berlin beispielsweise zehn neue Forschungsvorhaben mit europäischen Partnern ihre Arbeit auf, die aus Mitteln des 6. und

7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union mit 3,74 Mio. gefördert werden. Das von der Freien Universität Berlin gegründete Dahlem Humanities Center wird 2009 erstmals als ein Pilotprojekt zur Erprobung neuer Forschungsformate vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 382 T für drei Jahre gefördert. Beim European Research Council konnten 2009 gleich zwei Advanced Investigators Grants eingeworben werden. Das sind 4,4 Mio. Fördermittel für fünf Jahre.

Gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie war die Technische Universität Berlin im Rahmen des BMBF Programms „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern" mit dem Projekt „Ausbau des PVcomB ­ Kompetenzzentrum Dünnschicht- und Nanotechnologie für Photovoltaik Berlin" erfolgreich. An diesem Projekt sind auch weitere Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Berlin beteiligt. Auch die Technische Universität Berlin konnte zwei Advanced Investigators Grants des European Research Council einwerben.

Außerdem wurden zwei Innovationsgemeinschaften, sogenannte Knowledge and Innovation Communities des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie bewilligt, an denen die Technische Universität Berlin maßgeblich beteiligt ist. In beiden Konsortien aus fünf europäischen Ländern werden während des Förderzeitraumes von fünf Jahren jeweils mehr als 100 Mio. ausgegeben. Damit ist die Technische Universität Berlin eine der erfolgreichsten Universitäten bei diesem europäischen Wettbewerb.

Die Humboldt-Universität zu Berlin konnte in 2009 aus EU-Förderprogrammen, insbesondere dem 7. Forschungsrahmenprogramm (2007 bis 2013), mehr als 5 Mio. einwerben. Das entspricht einer Steigerung von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Ein Wissenschaftler der Humboldt-Universität zu Berlin wurde mit dem Advanced Investigators Grant des European Research Council ausgezeichnet, der ein Fördervolumen von 2,5 Mio. für fünf Jahre hat.

Die Fachhochschulen haben ihre Drittmittelausgaben prozentual zum Teil enorm steigern können; gleichwohl sind die absoluten Steigerungswerte im Vergleich zu den Universitäten eher marginal. Mit Hilfe des Ende 2009 gegründeten Instituts für angewandte Forschung werden die Fachhochschulen zukünftig neue Potentiale für kooperative Forschungsprojekte mit der regionalen Wirtschaft erschließen können. Hierfür wurden im Jahr 2009 aus der Forschungsoffensive des Masterplans 2 Mo. als Anschubfinanzierung für die Einrichtung und Ausstattung von vier Kompetenzzentren zur Verfügung gestellt.

Hervorzuheben ist außerdem, dass sich die Universität der Künste Berlin in 10 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Vorhaben sowie dem EU-Projekt Innovation Habitat Berlin-Charlottenburg (INBC) engagierte.

11. Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Die Freie Universität Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin haben mittlerweile beide eine fachübergreifende Dachorganisation für die Förderung von strukturierten Doktorandenprogrammen eingerichtet, die Dahlem Research School und die Humboldt-Graduate School. Einzelpromovierende, die nach wie vor den größten Teil aller Promovierenden ausmachen, werden von diesen Dachorganisationen nicht erfasst.

Die Technische Universität Berlin hat dagegen ein Nachwuchsbüro zur Koordination der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingerichtet, das die Rahmenbedingungen aller Promovierenden an der Technischen Universität Berlin verbessern helfen soll, sowohl die der Individualpromovierenden als auch die der Programmteilnehmerinnen und ­nehmer. Erste Ansätze, an der Technischen Universität Berlin eine Dachorganisation nur für die Programme einzurichten, wurden zusätzlich unternommen.

Alle Universitäten betreiben zahlreiche Graduiertenschulen, auch gemeinschaftlich, und kooperieren im Rahmen der laufenden Exzellenzinitiative bei der Einwerbung von weiteren Graduiertenschulen.

Die Universität der Künste Berlin hat zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein Zehn-Punkte-Programm entwickelt und zur Diskussion gestellt. Sie hat sich gegenüber einem „Doktor der Künste" streng ablehnend positioniert und sieht die Herausforderung zur angemessenen Bearbeitung von künstlerischen wie wissenschaftlichen Fragestellungen in der Entwicklung neuer Formate. In diesem Kontext stehen das „Eliasson-Projekt", das von 2009 bis 2011 mit 1 Mio. von der Einstein-Stiftung Berlin aus der Forschungsoffensive des Masterplans gefördert wird und die „Graduiertenschule für die Künste und Wissenschaften", die 2010 ihre Arbeit aufnimmt.

Das „Eliasson-Projekt" strebt als fünfjähriges kooperatives Studien- und Forschungsprojekt die Vernetzung von experimentellen räumlichen Praktiken in der Kunst mit der Architektur und den Human- und Naturwissenschaften an. Als weitere Komponente sind öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungsprojekte von und mit Studierenden unter Betreuung international renommierter Gastdozenten und die Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen im In- und Ausland vorgesehen. Anfragen zur Graduiertenschule kamen bereits während der Pilotphase im Jahr 2009 nicht nur aus den Ländern Europas, sondern auch aus Israel, Südafrika, Ägypten und den USA.

Darüber hinaus sei auf die Kooperationsvereinbarung mit der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg „Konrad Wolff" und der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" zur Förderung von Frauen mit dem Berufsziel Professorin an einer Kunsthochschule verwiesen.

Der Anteil von Fachhochschulabsolventinnen und ­absolventen an den Promotionen liegt bei der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin weiterhin bei nur ca. 1 %, und beträgt selbst bei der Technischen Universität Berlin nur 3,5 %. Dabei wurden dort nach absoluten Zahlen bundesweit die meisten Promotionen von Fachhochschulabsolventinnen und ­absolventen abgeschlossen (HRK, Beiträge zur Hochschulpolitik 3/2007).

Rechtlich bestehen keine Hindernisse mehr - sämtliche Promotionsordnungen der Universitäten sehen mittlerweile die Möglichkeit der Promotion für Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen vor. Bei der Humboldt-Universität zu Berlin erhalten die Fakultäten darüber hinaus für jede vollendete Promotion von Fachhochschulabsolventinnen oder -absolventen 1.000. Dennoch ist aus Sicht der Fachhochschulen der Anteil von Promotionen bei ihren Absolventinnen und Absolventen nach wie vor zu niedrig, obwohl es an allen Fachhochschulen mittlerweile Programme zur finanziellen Förderung von Promotionen gibt, etwa an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin ein ESF-gefördertes Projekt und an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Projekte zur Förderung von Promotionen von Fachhochschulabsolventinnen.

Die „Alice-Salomon"-Hochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin berichtet, mit den Berliner Universitäten drei Promotionskollegs bzw. -colloquien eingerichtet zu haben und sich an einem hochschulübergreifenden Graduiertenkolleg der Charite zu beteiligen.

12. Wissens- und Technologietransfer

Auch wenn die Darstellung der Hochschulen zu den verschiedenen Facetten des Wissens- und Technologietransfers in Umfang und Inhalt sehr unterschiedlich ausfällt, so wird eines doch deutlich: Die Universitäten und Fachhochschulen haben ihre Anstrengungen in diesem Bereich weiter verstärkt und durch organisatorische und inhaltliche Verbesserungen sichtbar systematisiert. Gleichzeitig werden u. a. bei der Gründungsförderung neue kreative Ansätze erprobt. Die Finanzierung der konkreten Instrumente erfolgt dabei vor allem aus EU-Mitteln und Programmen des Bundes zur Gründungsförderung.

Allen Hochschulen ist bewusst, dass sie für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Region einen wichtigen Beitrag leisten. Während dies an den Universitäten vor allem über die vielfältigen Aktivitäten rund um das Thema Gründungen geschieht, kooperieren die Fachhochschulen vermehrt mit Unternehmen der Region.

Die meisten Drittmittel aus der Wirtschaft warb 2009 die Technische Universität Berlin mit 24,60 Mio. ein. Danach folgt die Freie Universität Berlin mit 4,66 Mio. und die Humboldt-Universität zu Berlin mit 3,72 Mio.. Die vier Fachhochschulen verzeichneten in 2009 insgesamt 0,65 Mio. Drittmittel aus der Wirtschaft.

Das Ende 2009 gegründete und mit 2 Mio. aus der Forschungsoffensive des Masterplans geförderte Institut für angewandte Forschung eröffnet den vier staatlichen Fachhochschulen zukünftig neue Möglichkeiten, gezielt Drittmittelvorhaben mit der regionalen Wirtschaft zu entwickeln. Die Fachhochschulen schätzen den Start ihrer vier Kompetenzzentren als sehr gelungen ein.

Vor dem Hintergrund der von der EU auferlegten Verpflichtung zur Vollkostenrechnung und der transparenten Trennung zwischen öffentlich geförderter Forschung und der Verwertung gesicherter Erkenntnisse wird von den Hochschulen allerdings auch zu prüfen sein, welcher Aufwand aus eigenen Mitteln zur Einwerbung „echter" Drittmittel vertretbar ist.