Studiengang

Als sehr wirkungsvoll für den „Transfer über Köpfe" haben sich zudem die aus Mitteln der Senatsverwaltung für Arbeit geförderten sog. Exzellenz-Tandems erwiesen. Studierende verfassen im Rahmen des Tandem-Programms Abschlussarbeiten in Unternehmen und werden dort intensiv von Unternehmensmitarbeiterinnen und ­mitarbeitern betreut.

Im Gegenzug bringt die betreuende Professorin bzw. der betreuende Professor seine Expertise in das Unternehmen ein und transferiert den neuesten Stand der Forschung über Veranstaltungen wie Workshops etc. in das Partner-Unternehmen.

Erklärtes Ziel der Maßnahme ist dabei nicht nur die Erstellung einer Abschlussarbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft, sondern auch der gezielte Know-how-Transfer hin zu den Beschäftigten des Unternehmens. Im Jahr 2009 gab es 18 dieser Tandempartnerschaften in den technologiepolitischen Kompetenzfeldern des Landes Berlin.

Ein weiteres Schlüsselprojekt für den Transfer ist die „Forschungsassistenz". Aus ESF-Mitteln werden ein Jahr lang junge Forscherinnen und Forscher finanziert, die in den Laboren der Beuth-Hochschule für Technik Berlin innovative Wissenspotentiale auf ihre wirtschaftlichen Nutzungspotentiale hin prüfen.

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Auch die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sieht sich in einer besonderen Verantwortung für den Transfer in der Region. Sie bündelt ihre Transferaktivitäten in unterschiedlichen Kompetenzzentren.

· Das „Existenzgründerzentrum" bietet gründungswilligen HTW-Absolventinnen und ­absolventen sehr gute räumliche und infrastrukturelle Rahmenbedingungen zu günstigen Konditionen und entsprechende Beratungsangebote.

· Im „Existenzgründerlabor" erhalten Interessierte Zugang zu medialen Informationen rund um das Thema Gründungen. Auch eine Beratung zur Erstellung von BusinessPlänen wird angeboten.

· Ein in 2009 neu gegründetes Start-up-Kompetenzzentrum schlägt die Brücke zwischen akademischer Ausbildung und selbständiger unternehmerischer Tätigkeit und unterstützt Studierende und Absolventinnen und Absolventen durch eine Vielzahl von Veranstaltungen und Beratungsangeboten. Hierzu gehören Workshops und Seminare ebenso wie die Durchführung einer Sommeruniversität.

Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

Die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin bringt sich mit einer Vielzahl von nachhaltigkeits- und genderorientierten Forschungsvorhaben in die wirtschaftliche Entwicklung Berlins ein. Dabei konnte auch hier die Beschäftigung von Forschungsassistentinnen und ­assistenten aus ESF-Mitteln als neues, hilfreiches Instrument zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Forschung eingesetzt werden.

Mit Mitteln der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen wurden in 2009 verschiedene Projekte gefördert, u. a. zur Gründungsmotivation hochqualifizierter Frauen oder zur Entwicklung einer auf KMU und Familienunternehmen ausgerichteten Betriebswirtschaftslehre. Ein weiteres Projekt stellt das „Nachhaltige Wirtschaften in Berliner Betrieben" in den Mittelpunkt. Auf der Grundlage von studentischen Projekten in den Unternehmen wird Qualifikationsbedarf im Bereich der Nachhaltigkeit und des Umwelt- und Qualitätsmanagement ermittelt und entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen entwickelt.

Ein wichtiger Anker für die Gründungsaktivitäten der Hochschule ist das „Institut für Entrepreneurship, Mittelstand und Familienunternehmen". Aufgabe des Instituts ist es, neue Forschungsfragen zu entwickeln, Forschungslücken zu schließen und die Erkenntnisse in die Fachwelt zu kommunizieren. Die Hochschule bietet zudem einen Bachelorstudiengang „Unternehmensgründung und Nachfolge" sowie ein MBA Entrepreneurship an. Im Dezember 2009 wurde an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin ein Gründungszentrum eröffnet. „Alice-Salomon"-Hochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin

Die Hochschule leistet mit ihren Projekten der berufsfeld- und versorgungsbezogenen Forschung und ihrer in Fachkreisen anerkannten Weiterbildungsexpertise einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung der Region in den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung. An-Instiute, Bildungs- und Forschungskooperationen und Praxisstellen sichern bereits heute einen produktiven und kontinuierlichen Dialog mit den Trägern der Sozialverbände, Krankenkassen und Jugendhilfe. Die Kooperationsprojekte mit den Partnereinrichtungen der Region sollen in Zukunft noch sichtbarer gemacht und weiterentwickelt werden.

13. Erfüllung des Gleichstellungsauftrages

Wie in den vorangegangenen Jahren auch zeigen sich die Effekte einer intensiven Nutzung der Bundes- und Landesprogramme zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft. Dazu gehören das „Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre" ebenso wie die Förderlinien der Ausbildungsoffensive des Masterplans. Aus Mitteln dieser beiden Förderprogramme wurden 2009 folgende Maßnahmen finanziert:

· 18 vorgezogene W2/W3-Nachfolgeberufungen von Frauen in Fächern mit geringem Professorinnenanteil

· 17 Juniorprofessorinnen bzw. Professorinnen auf Zeit

· 43 Gastprofessorinnen bzw. Gastdozentinnen

· 38 Promotionsstipendien

· 25 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen mit abgeschlossener Promotion

· 22 Lehrbeauftragte

· 11 Teilnehmerinnen an Mentoringprogrammen der künstlerischen Hochschulen

Darüber hinaus beteiligen sich die Berliner Hochschulen am BMBF-Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder: Es wurden insgesamt 13 Vollanträge eingereicht, davon sind im Jahr 2009 neun positiv beschieden worden. Bisher wirbt die Technische Universität Berlin als einzige Hochschule die maximale Förderquote (2,2 Mio. für insgesamt 3 Professuren) aus dem Bundesprogramm ein.

Die Freie Universität Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin gehören zu den zwölf Universitäten, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft für ihre Aktivitäten bei der Gleichstellung von Frauen im Wissenschaftssystem und der Umsetzung der DFG-Gleichstellungsstandards gelobt hat.

Die Gesamtheit der Förderinstrumente führt dazu, dass die Berliner Hochschulen bundesweit an erster Stelle in der Gleichstellung von Frauen im Wissenschaftssystem stehen und mit 28 % die höchste Quote beim Frauenanteil an besetzten Professuren erreichen. Damit liegen sie 10 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt.

Grafik 13.1: Frauenanteil an den besetzten Professuren (inkl. Juniorprof.