Aufnahme von Qualitätsstandards durch das Berliner Bildungsprogramm für die offene Ganztagsgrundschule

Die Trägerin des Volksbegehrens strebt gemäß Punkt 2e des Gesetzentwurfs an, dass die qualitativen Elemente des Berliner Bildungsprogramms für den offenen Ganztagsbetrieb als Orientierungshilfe für die sozialpädagogische Arbeit in der ergänzenden Förderung und Betreuung an den Ganztagsschulen dienen sollen.

Die strukturellen Rahmenbedingungen für die offene Ganztagsgrundschule sind mit dem Schulgesetz, der Grundschulverordnung und mit den Rahmenlehrplänen gegeben. Für die Qualitätssicherungsprozesse bietet der Handlungsrahmen Schulqualität Orientierungen. Das Leitbild für die offene Ganztagsgrundschule (Drs.

Nrn. 15/2905 und 15/2905-1 vom 30.11.2004) beschreibt pädagogische Rahmenvorgaben für die Umsetzung ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote.

Das Berliner Bildungsprogramm für die offene Ganztagsgrundschule zeigt idealtypisch Rahmenbedingungen mit Entwicklungszielen auf. Es konkretisiert den allgemeinen Bildungsauftrag des Schulgesetzes auf einem mittleren Abstraktionsniveau und greift die Schlüsselthemen des Leitbilds auf, um sie weiter zu entfalten sowie mit praxisnahen Beispielen und Vorschlägen für ihre Realisierung zu unterlegen. Ziel des Bildungsprogramms ist es, die Akteure der Ganztagsgrundschulen in ihrer Interpretationsaufgabe zwischen den verbindlichen Vorschriften und den realen Voraussetzungen an der jeweiligen Einzelschule zu unterstützen, ohne die Ergebnisse normieren zu wollen.

Der Beirat zum Bildungsprogramm für die offene Ganztagsgrundschule formulierte verschiedene Ansätze zur Implementierung, um das Bildungsprogramm über die Gremien, die Schulleitungen, die Schulaufsicht und ggf. über einen Wettbewerb verbunden mit einem Fachtag stärker in den Focus der Schulen zu rücken.

Die beabsichtigte Änderung des § 19 Abs. 2 Schulgesetzes im Hinblick auf die Verpflichtung zur Orientierung am Berliner Bildungsprogramm und die Aufnahme 2tägiger verpflichtender Fortbildungstage für Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher widerspricht daher grundsätzlich der Intention des Bildungsprogramms, den Schulen Anregungen für ihre Weiterentwicklung ohne Normierungen zu geben.

Einer der drei Fortbildungsschwerpunkte der regionalen Fortbildung entspricht mit dem Thema „Ganztag: Rhythmisierung ­ Kooperationen der verschiedenen Professionen" - den Intentionen der Trägerin des Volksbegehrens. Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) hat darüber hinaus einen Auftrag mit den Projektvereinbarungen 2010/2011 erhalten, ein Konzept zur Implementierung des Bildungsprogramms zu entwickeln.

Zu 6. Zwei verbindliche gemeinsame Fortbildungstage für Lehr- bzw. Erzieherkräfte

Die Trägerin des Volksbegehrens fordert in Punkt 2e zur Umsetzung der Inhalte des Bildungsprogramms jährlich eine 2-tägige gemeinsame Fortbildung von Lehrkräften und sozialpädagogischen Fachkräften

Sofern nicht zwei verbindliche, weitere Studientage gefordert werden, d.h. die Fortbildung außerhalb der Unterrichts- und Betreuungszeiten stattfinden kann (z.B. für die Schulanfangsphase in der ersten Woche nach Schuljahresbeginn oder in der unterrichtsfreien Zeit im Rahmen der bestehenden Fortbildungsverpflichtung für Lehr- und Erzieherkräfte) entstehen keine Mehrkosten.