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Absatz

Absatz — wertmäßige Realisierung der Produktion auf dem Markt und damit wichtige Voraussetzung der. Realisierung des Gebrauchswertes, Teil des Zirkulationsprozesses. Der Absatz, z. T. auch Vertrieb gen., dient im Sozialismus einer planmäßigen und kontinuierlichen Befriedigung des Bedarfs der Bevölkerung, der Wirtschaft, des Staates und des Exports. Er ist Bestandteil der Zirkulation und übt direkt oder über andere Bereiche (Han­delsorgane) Vermittlerfunktionen zw. Produk­tions- und Konsumtionssphäre aus. Der Absatz wird bestimmt durch Produktion und Distribution. Er ist andererseits auch Instrument zur. Realisie­rung der Distribution. — Unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen dient der Absatz in erster Linie der Realisierung des Profits. Konkurrenz­kampf und Realisierungsschwierigkeiten zwingen die kapitalistischen Betriebe zu einem hohen finanziellen und materiellen Aufwand für die Lö­sung von Absatzaufgaben (hohe Werbeausgaben, umfangreiche Mittelbindung für Lagerhaltung, Ausdehnung des Apparates der Vertreter, Kom­missionäre und Makler, viele Marktforschungs­institutionen, hohe Ausgaben für Verpackung und Kundendienst). Unter sozialistischen Produktions­verhältnissen wird der Absatz planmäßig durchgeführt und dient in erster Linie der besseren Bedürfnis­befriedigung sowie einer höheren außenwirtschaft­lichen Effektivität. Er ist eng mit den Prozessen des Handels, des Transports und der Materialwirtschaft verbunden. In Zusammenarbeit der Organe der Industrie mit denen des Handels muss der Absatz planmäßig vorbereitet und durch­geführt werden. Zur planmäßigen Vorbereitung des Absatz gehören die Marktforschung, die Bilan­zierung des Bedarfs mit dem Aufkommen, die Absatzplanung, die Werbung und die Anfra­gen-, Angebots- und Auftragsbearbeitung sowie die vertragliche Bindung und Sicherung des Absatz Die Durchführung des Absatz umfasst alle Arbeiten der absatzseitigen Vorratshaltung (Vorrat), der Sortimentierung (Sortimentsgestaltung) und Komplettierung, der Verpackung, des Trans­ports, des Verkaufs, des Kundendienstes (ins­bes. Kundenberatung, Garantieleistung, Re­paraturdienst, Ersatzteilversorgung) sowie der Einflussnahme auf die Vorbereitung und Durch­führung einer marktgerechten Produktion. Diese Arbeiten werden auch als Absatzfunktionen be­zeichnet. Unter Absatzmethoden versteht man die der konkreten ökonomischen Situation ent­sprechende Art und Weise der Durchführung von Absatzfunktionen; z. B. Methoden der Marktfor­schung (Information, Dokumentation, mathema­tisch-statistische Methoden, Untersuchung des Konsumentenverhaltens usw.), Methoden der Werbung (gezielter Einsatz von Werbemitteln und Werbemaßnahmen, d. h. von Druckerzeugnissen, projizierter und akustischer Werbung, Außen- und Verkehrswerbung, Schaufensterwerbung, Ver­kostungen, Preisausschreiben, Verbrauchertests usw.), Methoden der Verpackung (Einzelverpackung, Versandverpackung, Volumenverpackung, atmende Verpackung, wasserdampfdichte Ver­packung usw.). Die Absatzorganisation ist ein Teil der Organi­sation der Zirkulationssphäre und beinhaltet die Absatzmethoden, die Absatzwege und die Or­ganisationsformen des Absatz. Sie umfasst: a) die ra­tionellste Organisation der Zusammenarbeit zw. Industrie-, Binnenhandels- und Außenhandels- betrieben unter dem Gesichtspunkt der bestmög­lichen Bedarfsbefriedigung und einer effektiven Produktions- und Zirkulationstätigkeit. Die Zu­sammenarbeit reicht von der strategisch-kon­zeptionellen Arbeit über die Ausarbeitung von Markt- bzw. Absatzkonzeptionen, Mode- und Sortimentskonzeptionen bis zur Reaktion auf die  konkrete Nachfrage im unmittelbaren Versor­gungszeitraum. Sie umfasst auch die Rationalisie­rung der Warenwege, die effektive Gestaltung der Verpackungs-, Lagerhaltungs-, Versand- und Warenumschlagsprozesse bis hin zur Sicherung einer kundengerechten Angebotsform im Einzel­handel. In Vereinbarung mit den Handelsorganen können den konkreten Bedingungen entsprechend auch eigene Absatzorganisationen (Vertriebs­systeme) des Industriezweiges gebildet, Industrie­läden eingerichtet und der Direktbezug organisiert werden. Die Zusammenarbeit zw. Industrie und Außenhandel ist darauf auszurichten, die außen- wirtschaftlichen Prozesse zu intensivieren, die sozialistische ökonomische Integration planmäßig durchzusetzen und eine aktive Marktarbeit auch im nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet zu si­chern. Dabei kommt der gemeinsamen Organi­sation von technisch-kommerziellen Büros, Kun­dendienststützpunkten sowie einer aktiven Arbeit mit Vertretern und gemischten Gesellschaften große Bedeutung zu. b) die rationellste Organisation des betriebli­chen Absatz, d. h. die planmäßige Regelung der Be­ziehungen zw. den einzelnen Abteilungen, Arbeits­kräften und Arbeitsmitteln im Absatzprozess. Aufgabe der betrieblichen Absatzorganisation ist es, zweckmäßige Arbeitsablaufregelungen zu er­arbeiten und durchzusetzen, richtige Funktions- und Strukturpläne für die im Absatz Beschäftigten auszuarbeiten und zu verwirklichen, rationelle Arbeitsmittel (Karteien und andere Mittel der Verwaltungsrationalisierung) einzuführen und günstige räumliche Arbeitsbedingungen zu sichern. Die Absatzorganisation muss so gestaltet werden, dass sie die Durchführung der Absatzfunktion maximal unterstützt, geringe Kosten verursacht und den Erfordernissen des wissenschaftlich- technischen Fortschritts entspricht.