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Äquivalentenaustausch

Äquivalentenaustausch — Austausch wertgleicher Waren, d. h. gleicher Mengen der in den Waren enthaltenen gesellschaftlich notwendigen Arbeit oder der zu ihrer Herstellung gesellschaftlich not­wendigen Arbeitszeit. Dabei ist der gesellschaft­liche Gebrauchswert, die gesellschaftliche Nütz­lichkeit und Absetzbarkeit der Waren wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich die aufgewendete Arbeit als gesellschaftlich notwendige Arbeit realisieren kann. Der Äquivalentenaustausch ist eine wesentliche Seite des Wertgesetzes und bedeutet, dass die Waren im Prinzip zu Preisen verkauft werden, die dem Wert entsprechen. Bei privater Warenproduktion setzt sich infolge des spontanen Wirkens des Wertgesetzes der Äquivalentenaustausch nur als „blindwirkender Durchschnitt" durch. Er vollzieht sich in der einfachen Warenwirtschaft über das Schwan­ken der Preise um den Wert, je nach Angebot und Nachfrage. Im Kapitalismus ist der Produk­tionspreis als gesellschaftlich entwickelte, modifizierte Form des Wertes Grundlage für den Äquivalentenaustausch Dabei setzt sich der Äquivalentenaustausch über den Austausch der Waren zu Produktionspreisen und das Schwanken der Marktpreise um die Produktionspreise durch. Im Imperialismus und staatsmonopolistischen Kapitalismus wird ein modifizierter Wert Basis für den Äquivalentenaustausch. Dieser setzt sich durch das Schwanken der Monopolpreise um diesen modifizierten Wert durch, zugunsten der mächtigsten Monopole und auf Kosten der Werktätigen, der Kleinunterneh­mer sowie der ökonomisch schwach entwickelten Länder. Der Äquivalentenaustausch zeigt sich stets als Durchschnitt aller Austauschprozesse und nicht beim Austausch einer einzelnen Ware. Im Sozialismus erfordert das Wertgesetz im Prinzip den Äquivalentenaustausch. Es setzt sich auf der Grundlage des Wertes über den Preis durch. Bezugsbasis für den Preis ist die Modifikation des Wertes entsprechend den eingesetzten Fonds (Wertmodifikation). Der Äquivalentenaustausch vollzieht sich in den Ware-Geld-Beziehungen im Sozialismus nicht spontan, sondern als planmäßiger Prozess auf der Grundlage des gesellschaftlich notwendigen Auf­wandes. Die Gestaltung der Preise und des Preis­gefüges müssen diesem Prinzip in sinnvoller Weise Rechnung tragen. Soweit es gesellschaftliche In­teressen erfordern, können die Preise für einzelne Erzeugnisse abweichend vom Wert festgelegt werden. Ökonomisch begründete Größen dieser Abweichungen werden planmäßig bestimmt. So werden z. B. für bestimmte Konsumgüter und Dienstleistungen Preise festgelegt, die unter dem gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand lie­gen. Über Preiszuschläge werden in der Produk­tion Qualitätsverbesserungen der Erzeugnisse stimuliert. Mit der planmäßigen Abweichung der Preise vom Wert erfolgt so eine gezielte Einflug­nahme auf die Produktion und Konsumtion. Der gesellschaftlich notwendige Arbeitsaufwand war und ist Grundlage der planmäßigen Preisbildung im Sozialismus. Die Planung der Preisentwicklung muss die Veränderung des gesellschaftlichen Auf­wandes weitgehend berücksichtigen. Durch die sich vertiefende internationale Arbeitsteilung er­langen Weltmarktpreise wachsenden Einfluss auf den Aufwand für die einzelnen Erzeugnisse im jeweiligen Land. Im sozialistischen Weltwirt­schaftssystem hat der Äquivalentenaustausch ebenfalls prinzipielle Bedeutung für den Warenaustausch.