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Agrarökonomie

Agrarökonomie — wirtschaftswissenschaftliche Disziplin, deren Gegenstand die ökonomischen Gesetze der Entwicklung der Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse in der Landwirtschaft sowie bei der Gestaltung des Reproduktionspro­zesses in diesem Bereich der Volkswirtschaft sind. Als gesellschaftswissenschaftliche Disziplin wird ihr Charakter von den herrschenden Produktions­verhältnissen bestimmt. Die bürgerliche Agrarökonomie ist im Prozess der teilweise revolutionären, teilweise evolutionären Ablösung der feudalen Produktions- weise entstanden. Sie hat die Bestrebungen der Bourgeoisie unterstützt, eine ihren politischen, und ökonomischen Zielen entsprechende Agrarstruktur zu gestalten. Wegbereiter in Deutschland sind A. Thaer (1752-1828) und J. H. v. Thünen (1783-1850) gewesen. In dem Masse wie sich die Widersprüche im Kapitalismus verschärfen, ver­liert die bürgerliche Agrarökonomie zunehmend ihre früher durchaus progressiven Züge, und ihr apologeti­scher Charakter tritt in den Vordergrund. — Die Grundlagen der sozialistischen Agrarökonomie sind von K. Marx und F. Engels geschaffen und von W. I. Lenin weiterentwickelt worden. Mit dem Sieg der Arbeiterklasse und der Errichtung der Diktatur des Proletariats sowie mit der Gestaltung der sozialistischen Produktionsverhältnisse in der Landwirtschaft hat sie sich zuerst in der Sowjet­union entwickelt und basierend auf den Erfahrun­gen sowie Ergebnissen der UdSSR, nach 1945 in den anderen Ländern der sozialistischen Staa­tengemeinschaft. In  ist die sozialistische Agrarökonomie gestützt auf die Erkenntnisse der Klassiker des Marxismus-Leninismus und unter Nutzung der Erfahrungen der Sowjetunion, in konsequenter Auseinandersetzung mit bürgerlichen Auffassun­gen entstanden. Ihre beiden wissenschaftlichen Disziplinen, die Ökonomie der sozialistischen Landwirtschaft (Ökonomik der Landwirtschaft) und die sozialistische Betriebswirtschaft (Be­triebswirtschaft, sozialistische 2) haben die Aufgabe, die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten im einheitlichen sozialistischen Reproduktionsprozess, zu erforschen und Aussagen für dessen zuneh­mend effektivere Gestaltung im gesamten Volks­wirtschaftsbereich Landwirtschaft zu liefern. Gemeinsames Anliegen dieser beiden Wissen­schaftsdisziplinen ist weiterhin, die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten bei der Leitung, Planung und Organisation des Reproduktionsprozesses in­nerhalb der landwirtschaftlichen Produktions­zweige (Ökonomie der landwirtschaftlichen Produktionszweige) zu erforschen und wissen­schaftliche Unterlagen für eine effektive Nah­rungsgüterproduktion auszuarbeiten. Im Wissen­schaftlichen Rat für gesellschaftliche und ökono­mische Fragen des volkswirtschaftlichen Agrar­Industrie-Komplexes (Wissenschaftliche Räte  für die gesellschaftswissenschaftliche Forschung) werden wichtige Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Agrarökonomie beraten und im Zusammen­hang mit anderen Forschungsergebnissen weiter verallgemeinert.