Akkord

Akkord — Arbeitsvertrag zw. Unternehmern und Arbeitern über die Entlohnung der Arbeit in Form des Akkordlohns. Der Akkord besteht in Form eines Einzelakkords oder eines Gruppenakkords. Der Einzelakkord wird bei ein­zelnen Arbeitern angewandt. Der Gruppenakkord ist bes. verbreitet im Bergbau (Gedinge), im Bau­wesen, in der Landwirtschaft, aber auch in Indu­striezweigen, in denen die Produktion oder Fer­tigstellung bestimmter Objekte durch Arbeits­gruppen möglich ist. Der Akkord ist eine kapitalistische Methode des materiellen Anreizes zur Erhöhung der Mehrwertproduktion durch Intensivierung der Arbeit. Lohnarbeit, Lohnformen, Mehr­wert

Akkordlohn — eine der Grundformen des Arbeits­lohnes im Kapitalismus, die die Höhe des Lohnes der Arbeiter von der in einer bestimmten Zeit­einheit von ihnen herzustellenden Menge von Produkten bzw. von Einzelteilen (Stück, Meter, Tonnen usw.) abhängig macht. Die Grundlage des Akkords ist wie beim Zeitlohn der in den Preis der Arbeit verwandelte Wert der Ware Arbeitskraft. Durch die Festsetzung von Qualitätsmerkmalen wird auch die Ausführung der Arbeit unmittelbar kontrolliert. Stücke, die nicht den Qualitätsnormen entsprechen, werden nicht bezahlt. Die Berech­nung des Akkords erfolgt entweder über den Stückpreis (Geldakkord) oder über die Vorgabezeit (Zeit­akkord). Der Akkord trägt den Konkurrenzkampf in die Reihen der Arbeiter und zwingt sie, die Intensität der Arbeit zu steigern und dadurch den Kapitali­sten höhere Profite zu sichern. Bei ständiger Übererfüllung der Akkordnorm senken die Unter­nehmer den Stückpreis oder die Vorgabezeit meist über den durch Einführung neuer Technik be­dingten Prozentsatz und legen eine neue Akkord­norm fest (Akkordschere). Auf diese Weise wird der Akkord stets auf den Wert der Arbeitskraft herabgedrückt und, wenn die Arbeiter nicht ge­nügend Widerstand leisten, in der Regel unter den Wert gesenkt. Arbeitskraft, Lohn, Lohn­formen

Akkordschere — Methode kapitalistischer Unter­nehmen, den festgesetzten Stücklohn (Akkordlohn) immer wieder herunterzusetzen, wenn er nach Auffassung der Kapitalisten zu hoch ansteigt. Die Anwendung der Akkord ist eine in allen kapitali­stischen Ländern angewandte Methode zur Er­höhung der Ausbeutung. In welchem Maße das geschieht, hängt jedoch nicht nur vom Willen der Kapitalisten, sondern auch vom Widerstand der Arbeiter ab.