Akkumulationsfonds

AkkumulationsfondsTeil des volkswirtschaftlich verfügbaren Nationaleinkommens, der für die erweiterte Reproduktion der Produktionsfonds im Inland, Investitionsbeteiligungen in anderen so­zialistischen Ländern, Erhöhung der Reserven sowie für die Entwicklung der Fondsbestände im nichtproduktiven Bereich verwendet wird. Die Struktur des Akkumulationsfonds ist von großer Bedeutung für den Akkumulationseffekt. Sie wird durch die Netto­investitionen im produktiven Bereich (Brutto­investitionen minus Abschreibungen, Mieten, Pachten und Nutzungsentgelte), Investitionen im nichtproduktiven Bereich sowie die Veränderung der Bestände und Reserven bestimmt.

Der Akkumulationsfonds erreichte ein hohes Niveau. Sein materiel­les Volumen (in vergleichbaren Preisen) war 1975 um 130 % höher als 1960. Während ein bedeuten­der Teil des Akkumulationsfonds für die produktive Akkumulation verwendet wird (1971-1975 betrug der Anteil der produktiven Akkumulation am Nationaleinkom­men durchschnittlich etwa 14 % bei einer durch­schnittlichen Akkumulationsrate von 22,5 %), er­höhten sich in Verbindung mit sozialpolitischen Maßnahmen auch die Investitionen für den nicht­produktiven Bereich relativ schnell. Bei der Beurteilung des Akkumulationsfonds ist zu beachten, dass seine stati­stische Größe nicht vollständig mit der realen Akkumulation übereinstimmt. Die reale Ak­kumulation erhöht sich durch den Reproduktions­effekt der Amortisation. Andererseits dient ein gewisser Teil der Investitionen für den nichtpro­duktiven Bereich auch der einfachen Reproduk­tion. Für die Erhöhung der Effektivität durch konsequente Intensivierung der Grundfondsreproduktion ist die Abstimmung zwischen Er­haltungs- (Modernisierungs-) und Erweiterungs­investitionen von wachsender Bedeutung. Zur planmäßigen Realisierung des Akkumulationsfonds ist es wichtig, die Einheit von materiellem und finanziellem  Aus­druck zu beachten. Die materiell-technische Si­cherung des Akkumulationsfonds erfordert die quantitative, qualita­tive, zeitliche und territoriale Bilanzierung der Bau- und Montagekapazitäten sowie des Auf­kommens von Ausrüstungen. Durch bessere Be­herrschung der volkswirtschaftlichen Verflechtung kann die Effektivität beträchtlich steigen, denn pro Einheit der Verwendung des Endproduktes als Investitionen sind z. B. drei Einheiten Bruttopro­duktion aufzuwenden. Die Bilanzierung des Akkumulationsfonds schließt die proportionale Erweiterung der In­vestitionsgüterindustrie und des Bauwesens bei gleichzeitiger vertiefter Intensivierung ein. Der Wirkungsgrad des Akkumulationsfonds wird vor allem vom Niveau und vom Entwicklungstempo des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und Elektronik, der Chemie sowie von der Bau- und Montageindustrie be­stimmt. Auch über die Außenwirtschaft, insbes. mit der sozialistischen internationalen Wissen­schafts- und Produktionskooperation, wird die Entwicklung der materiellen Struktur gefördert. (Akkumulationskraft)

Die Struktur des Akkumulationsfonds wird nicht nur durch die Pro­duktion; sondern auch durch die Verwendung seiner Mittel bestimmt. Ein schnelles Wachstum der Volkswirtschaft erfordert die optimale Ver­teilung des Akkumulationsfonds auf alle Bereiche der Volkswirt­schaft sowie seine rationelle Verwendung für die Bestandserhöhung an materiellen Umlaufmitteln und Reserven. Akkumulation, sozialistische, Akkumulationsmittel, Fonds.