Akzeleration

Akzeleration — übliche Bez. für die Beschleuni­gung der körperlichen Entwicklung (Wachstum, Geschlechtsreife) der Jugendlichen im Vergleich zu früheren Generationen. In den letzten 100 Jahren hat z. B. die mittlere Körpergröße um ca. 10 cm zugenommen, bestimmte Entwicklungs­termine (erster Zahndurchbruch, Menarche) haben sich erheblich verfrüht, Alternsprozesse (Me­nopause, Weitsichtigkeit) dagegen verzögert. Neben der körperlichen Entwicklung erstreckt sich die Akzeleration auf die psychische Entwicklung (geistig- intellektuelle Leistungsfähigkeit, z. B. Spracher­werb usw.). Als Akzeleration wird auch die beschleunigte Entwicklung einzelner Individuen im Vergleich zum Durchschnitt Gleichaltriger bezeichnet. Die Ursachen der Akzeleration sind wissenschaftlich noch nicht bis ins einzelne geklärt, sie ist jedoch ganz all­gemein das Ergebnis veränderter gesellschaftlicher Umweltbedingungen (Verbesserung der allg. Le­benslage, höhere Bildungs- und Erziehungsanfor­derungen, veränderte Ernährungsbedingungen usw.). Die Akzeleration hat ihrerseits vielfältige praktische Bedeutung. Sie wirkt sich auf den Erziehungs- und Ausbildungsprozess aus, hat Einfluss auf die Be­darf Gerechtheit der Produktion von Konsum­gütern u. ä. m.