Arbeitsgang

Arbeitsgangselbständiger Teil des technologischen Prozesses, der aus allen technologisch unmittelbar aufeinander folgenden Arbeiten be­steht, die an ein und demselben Arbeitsgegenstand an einem Arbeitsplatz ausgeführt werden. Der Arbeitsgang und seine Elemente (Arbeitsgangstufen, Griffe, Bewegungen) sind im Betriebsgeschehen oft ver­wendete Bezugsgrößen. Sie stellen eine Arbeits­grundlage für Produktionsplanung und -organi­sation, Fertigungstechnologie, Arbeitsnormung und Arbeitskräfteplanung dar. Die Gliederung des Arbeitsgangs in Elemente ist häufig und unter unterschied­lichen Aspekten erforderlich. Sie erlaubt die sy­stematische Zerlegung von Arbeitsprozessen in Elemente, wodurch Einzelheiten und Zusammen­hänge sichtbar werden, und die Zusammensetzung von Arbeitsprozessen aus der zweckmäßigen Verknüpfung und Aneinanderreihung von Ele­menten. Die Arbeitsgänge können nach ihrem technolo­gischen Charakter in Bearbeitungs-, Kontroll- und Montage-Arbeitsgänge unterschieden werden. Der Arbeitsgang besteht aus einer oder mehreren Arbeits­gangstufen. Die Arbeitsgangstufe (AGS) ist ein technologisch selbständiger Teil des Arbeitsgang, der mit gleich bleibenden Arbeitsmitteln (Maschine, Werk­zeug) bei gleich bleibenden technologischen Be­dingungen (Arbeitsweise, Einstellung, Einspan­nung) ausgeführt wird. Der Begriff Arbeitsgangstufe drückt aus, dass dieses Element Teil des Arbeitsgang ist, und ersetzt den bisher gebräuchlichen Begriff Arbeitsstufe. Die AGS umfasst alle zu ihrem Vollzug erforderlichen gleichzeitig oder aufeinander folgend ausgeführten Griffe. Der Griff (G) ist ein selbständiger, ohne Unterbrechung ausgeführter, jedoch nur im Zusammenwirken mit anderen Griffen zum beabsichtigten Arbeitsfort­schritt führender Teil der Arbeitsgangstufe. Die Zerlegung eines Arbeitsgang in Griffe ist nicht auf Hand­arbeiten beschränkt. Die Bez. „Handgriff" ist deshalb unzutreffend. Der Griff besteht aus gleich­zeitig oder aufeinander folgend ausgeführten, zweckbestimmten Bewegungen. Die Bewegung (B) ist der kleinste, nicht mehr zweckmäßig teilbare, ohne Unterbrechung und Richtungsumkehr aus­geführte Teil eines Griffes. Sie ist die kleinste Einheit des technologischen Prozesses. Die Zer­legung in Bewegungen ist unter bes. Fertigungs­bedingungen und zum Zwecke der Forschung er­forderlich. Arbeitselement und Griffelement sind gebräuchliche Bez. für Teile des Arbeitsganges, jedoch keine echten Elemente desselben und daher möglichst zu vermeiden. AGS, G und B werden häufig mit dem Sammelbegriff Arbeitsverrich­tung bezeichnet.