Arbeitsgegenstand

ArbeitsgegenstandDing oder Komplex von Dingen, auf die der Mensch im Arbeitsprozess mit den Arbeitsmitteln einwirkt, um materielle Güter zu erzeugen. Man unterscheidet zw. dem in der Natur vorgefundenen Arbeitsgegenstand (Holz, Kohle, Erze, Erdöl, Wasser, Kraft u. a.) und dem, der bereits bearbeitet wurde und als Rohmaterial oder Roh­stoff auftritt. Ob ein Gebrauchswert als Arbeits­mittel oder Arbeitsgegenstand fungiert, hängt von seiner Funktion im Arbeitsprozess ab. Als Bestandteil des Ar­beitsprozesses ist der Arbeitsgegenstand auch Produktionsmittel und Element der Produktivkräfte. Für den wis­senschaftlich-technischen Fortschritt wird der Arbeitsgegenstand immer bedeutungsvoller. Er entwickelt sich bes. in Abhängigkeit vom Niveau der Arbeitsmittel, bestimmt aber umgekehrt auch die Einführung neuer Maschinensysteme und neuer Technologien in die Produktion und trägt so zur Entwicklung der Produktivkräfte bei. Die rationelle und sparsame Verwendung der Arbeitsgegenstand ist eine wichtige Seite der Ökonomie der vergegenständlichten Arbeit und deshalb ein wichtiges Merkmal der Wirtschafts­politik. Mit der Intensivierung der gesellschaftlichen Produktion müssen vor allem mit Hilfe des wissenschaftlich-technischen Fort­schritts neue, effektivere Arbeitsgegenstand entwickelt und muss der spezifische Bedarf an herkömmlichen sowie neuen Arbeitsgegenstand gesenkt werden. Die Arbeitsgegenstände sind so ein­zusetzen, dass mit möglichst geringem Materialauf­wand eine wachsende Menge Erzeugnisse produziert werden kann. Durch Steigerung des Nutz­effektes der Arbeitsgegenstand muss also die Materialintensität gesenkt werden. Über die Materialausnutzung, die Schaffung neuer und Weiterentwicklung her­kömmlicher Arbeitsgegenstand ist langfristig eine hohe und zu­nehmende Erzeugnisqualität der Produktions- und Konsumtionsmittel zu sichern. Eine wissenschaft­lich begründete Vorratswirtschaft kann den Bedarf an Arbeitsgegenstand wesentlich verringern. Prinzipiell gewinnt in der wissenschaftlich-technischen Revolution der Arbeitsgegenstand im System der Produktivkräfte eine größere Bedeutung. Die qualitativ neue der Arbeitsgegenstand be­steht in folgendem: a) Mit der raschen Entwicklung der chemischen Industrie begann der Siegeszug der synthetischen Stoffe und anderer chemischer Er­zeugnisse (Plaste, synthetische Fasern, Harze, Kautschuk). Es werden. Arbeitsgegenstand geschaffen, die in der Natur nicht vorkommen. Ihre Schöpfung ist von vornherein Ergebnis der Wissenschaft. b) Qualität und Eigenschaften konventioneller Arbeitsgegenstand werden wesentlich verbessert. Bei weitgehender Erhaltung ihrer chemischen Beschaffenheit entstehen Arbeitsgegenstände mit höheren Gebrauchseigenschaften (Leicht-, Son­der- und Reinstmetalle). c) Mit fortschreitender Mechanisierung, Automatisierung, Elektronisie­rung, der Entwicklung der Kern-, Raketen- und Raumfahrttechnik entsteht ein ständig wachsender Bedarf an neuartigen Roh- und Werkstoffen (Graphit, Kobalt, Titan, Tantal, Wolfram usw.). d) Es werden neue Energieformen verwendet (Erdöl, Erdgas, Kernenergie u. a.). Die effektivste Ge­winnung, Weiterentwicklung, Verarbeitung und Schaffung neuer Arbeitsgegenstand erfordert in zunehmendem Maße eine Zusammenarbeit und Kooperation der Staaten der sozialistischen Gemeinschaft in Wis­senschaft, Technik und Produktion. Fortschritt, wissenschaftlichtechnischer, Produktivkräfte