Arbeitsintensität

Arbeitsintensität — 1. Ausmaß der Verausgabung von körperlicher und geistiger Arbeit je Zeit­einheit im Arbeitsprozess; kennzeichnet den Grad der physischen und psychischen Beanspruchung des Werktätigen. Jede Arbeit ist mit einer be­stimmten Arbeitsintensität verbunden, die einen Normalgrad nicht auf längere Zeit übersteigen darf, wenn die volle Reproduktion der Arbeitskraft gesichert sein soll. Rückschlüsse auf die Arbeitsintensität können aus Sauer­stoffverbrauch, Pulsfrequenz, Ermüdungskurven usw. gezogen werden, doch ist die Gesamtheit der Beanspruchung gegenwärtig schwer zu erfassen. Über Stand und Entwicklung der Arbeitsintensität ergeben sich Hinweise aus eng damit im Zusammenhang ste­henden Erscheinungen wie allg. Krankenstand, Berufskrankheiten, Frühinvalidität, Betriebsun­fälle, Fehlgeburten u. dgl., worauf jedoch auch andere Faktoren Einfluss haben. Mit dem wis­senschaftlich-technischen Fortschritt verschiebt sich die Beanspruchung schwerpunktmäßig vom physischen in den psychisch-nervalen Bereich. Damit steigt der Einfluss der Einstellung zur Arbeit auf die Arbeitsintensität Im Kapitalismus ist die Steigerung der Arbeitsintensität wichtiger Bestandteil der wissenschaftlich be­triebenen Erhöhung der Ausbeutung mit dem Ziel der Profitmaximierung. Sie kommt dort vor allem in einer Produktionsorganisation zum Ausdruck, die den Menschen der Maschine zuordnet, sowie in raffinierten Lohn- und Anreizsystemen. Durch die Ar­beitsgestaltung und den umfassenden Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie durch die soziale und kulturelle Betreuung der Werktätigen wird eine überhöhte Arbeitsintensität vermieden bzw. dort, wo sie in Ausnahmefällen auftritt, rechtzeitig erkannt und beseitigt. Die Intensivierung des Reproduktions­prozesses darf nicht über die Erhöhung der Arbeitsintensität erfolgen, sondern ist mit verbesserter Arbeits­gestaltung und Bereicherung der Arbeitsinhalte zu verbinden. Im Gegensatz zur Steigerung der Arbeitsproduktivität findet bei Steigerung der Arbeitsintensität keine Senkung des Werts je Produkt statt. — 2. mitunter verwendet im Sinne der Arbeits­haltigkeit des Produkts, des Arbeitaufwands.