Arbeitskämpfe

Arbeitskämpfe — auch Wirtschaftskämpfe oder gewerkschaftliche Kämpfe gen., „eine der stän­digen, im Kapitalismus stets notwendigen, zu allen Zeiten unerlässlichen Erscheinungsformen der ge­samten Arbeiterbewegung", meist von Gewerkschaften organisierte Kämpfe der Arbeiter zur Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen (vor allem um Lohnerhöhung und Arbeits­zeitverkürzung), zur Verteidigung ihrer demokra­tischen Rechte und Freiheiten (bes. das Streik- und Koalitionsrecht), bei denen im Kampf gegen Im­perialismus auch solche politischen Grundforde­rungen wie Frieden, nationale Unabhängigkeit u. a. erhoben werden. In den Arbeitskämpfen wendet die Ar­beiterklasse verschiedene Kampfmittel und Me­thoden an. Dazu gehören der (ökonomische und politische) Streik in seinen vielfältigen Formen, die passive Resistenz, der umgekehrte Streik und der Boykott. Im Zusammenhang mit der weiteren Vertiefung der allg. Krise des Kapitalismus und dem Aufschwung der Arbeitskämpfe in den 50er und 60er Jahren des 20. Jh. werden in den entwickelten kapitalistischen Ländern, bes. in Italien und Frankreich, verschiedene Kampfformen kom­biniert angewendet bzw. neue Formen entwickelt (z. B. Besetzung von stillgelegten Fabriken und Weiterführung der Produktion unter Regie der Arbeiter). Unter den Bedingungen der Verschär­fung der allg. Krise verflechten sich in den Arbeitskämpfen immer mehr die wirtschaftlichen und politischen Forderungen wie z. B. im Kampf um volle ge­werkschaftliche, betriebliche und überbetriebliche Mitbestimmung. Im Kampf gegen die antisoziale und antidemokratische Politik internationaler Monopolgiganten kommt es in den Arbeitskämpfen zu vielen gemeinsamen Aktionen der verschiedenen Orga­nisationen der Arbeiter, bes. der verschiedenen Gewerkschaftsrichtungen unter Einbeziehung der Unorganisierten.