Arbeitsmoral

Arbeitsmoral — spezifisches Verhältnis des Men­schen zur Arbeit, das die an moralischen Normen der Gesellschaft (der Klasse) orientierten Erwar­tungen, Einstellungen und Motive gegenüber der Arbeit sowie die dadurch bestimmte reale Leistung und die Qualität der sozialen Beziehungen in der Arbeit umfasst. Grundlegend bestimmt wird die Arbeitsmoral durch den Charakter der Arbeit (Arbeit, Cha­rakter der) und trägt damit in der Klassengesell­schaft Klassencharakter. Erst der Sozialismus schafft jene Voraussetzungen, unter denen sich ein wirklich positives moralisches Verhältnis der Werktätigen zur Arbeit herausbilden kann. Die von Ausbeutung freie Arbeit, als entscheidendes Feld der Persönlichkeitsentwicklung und der Gestaltung sozialistischer Lebensweise, wird zur Sache der Ehre (Arbeiterehre), der Pflicht und Verantwor­tung. Die sozialistische Arbeitsmoral äußert sich in einer Haltung, die maximalen Nutzen für die Gesell­schaft mit der Befriedigung persönlicher materiel­ler und ideeller Bedürfnisse verbindet. Sie fordert sorgsamen Umgang mit dem gesellschaftlichen Eigentum, schöpferisches Bemühen um die Effektivitätserhöhung der Arbeit und gegenseitige Unterstützung. Da die Bedeutung moralischer Triebkräfte für die Entwicklung der Ökonomie wächst, kommt der bewussten Leitung moralischer Prozesse durch differenzierte Formen materieller und moralischer Anerkennung und durch gezielte ideologische Arbeit bes. Bedeutung zu.