Aufwand

Aufwand1. Einsatz an materiellen und fi­nanziellen Mitteln sowie an lebendiger Arbeit für die Durchführung produktiver und nichtprodukti­ver Arbeitsprozesse. Der Aufwand umfasst laufende (Betriebs-) Aufwendungen in der Form von Repa­raturen, Ersatz verschlissener Arbeitsmittel, Ver­brauch von Arbeitsgegenständen und von leben­diger Arbeit sowie einmalige Aufwendungen in der Form von Investitionen und Vorratserhöhungen. Laufende Betriebsaufwendungen treten in Er­scheinung als spezifischer, auf die Mengen- (Na­tural-) bzw. Werteinheit des hergestellten Pro­duktes bezogener Aufwand sowie als Aufwandsummen für bestimmte Produktionseinheiten des volks­wirtschaftlichen Produktionsprozesses und für die Volkswirtschaft insges. Der spezifische Aufwand wird mit Hilfe tech­nisch-ökonomischer Kennziffern gemessen und auch als direkter Aufwand bezeichnet. Seine Größe wird durch das technisch-ökonomische und organisato­rische Niveau des Produktionsprozesses beeinflusst, wie durch die Technologie des Prozesses, das technische Niveau der Arbeitsmittel, die Or­ganisation der Arbeit, die Art der Arbeitsgegen­stände, die Qualifikation der Werktätigen und die Ausnutzung bzw. den zweckentsprechenden Ein­satz der Produktionsmittel. Aufwandsummen werden stets für bestimmte Intervalle (in der Regel für ein Kalenderjahr) gebildet. Mit Hilfe von Verflechtungsbilanzen wird aus dem direkten Aufwand je Einheit des Produktes der volle Aufwand je Einheit des Endproduktes ermittelt. — 2. (Aufwendungen) Begriff der bürgerlichen Betriebswirtschafts­lehre zur Abgrenzung der Kosten. Es wird zw. leistungsbedingtem Aufwand und neutralem Aufwand unter­schieden. Zum leistungsbedingten Aufwand werden die bei der Herstellung einer bestimmten Leistung entstehenden Kosten gerechnet. Neutraler Auf­wand sind vor allem betriebsfremde und außerordentliche Aufwendungen. Betriebsfremde Aufwendungen und Erträge entstehen durch Ur­sachen, die nichts mit dem eigentlichen Ziel des Betriebes zu tun haben. Ferner gibt es Kosten im Sinne der bürgerlichen Betriebswirtschaftslehre, die keinen Aufwand darstellen (Kosten, kalkulatori­sche). Die Unterscheidung von Kosten (leistungs­bedingte und kalkulatorische Kosten) und Aufwand (leistungsbedingter und neutraler Aufwand) geht auf Schmalenbach zurück.