Bestandsnormierung

Bestandsnormierung —Methode zur Be­stimmung des ökonomisch begründeten Waren­bestandes oder -umschlages von Konsumgütern (Warenbestand) in sozialistischen Groß- und Einzelhandelsbetrieben. Die Bestandsnormierung ist neben anderen Voraussetzungen eine Grundlage für: a) die Er­mittlung von Bestandsrichtwerten sowie deren Präzisierung und Anwendung in den Handels­betrieben und innerbetrieblichen Einheiten, bes. in Niederlassungen, Verkaufslagern und Verkaufs­stellen, und damit für die Bestandsplanung und -kontrolle des Handels, b) den Ein- und Verkauf, c) die bedarfsgerechte und rationelle Gestaltung der Handelstätigkeit, darunter die Organisation des Handelsnetzes, d) die Finanzierung, e) die Finanz- und Bankkontrolle. Die Bestandsnormierung beruht auf der Analyse der Faktoren, die den Bestand beeinflussen, bes. Warensortiment, Höhe, Zusammensetzung und zeitliche Entwicklung des Umsatzes und des Warenbezuges, Form des Bezugs und Verkaufs der Waren, technologische Bedingungen, Betriebs- und Arbeitsorganisation. Die Bestandsnormierung soll das günstigste Zusammenwirken dieser Bestandsfaktoren im Sinne einer möglichst hohen Versorgungsleistung (durch reichhaltiges Warenangebot) und eines möglichst niedrigen Aufwandes für die Be­standshaltung ermitteln. Dazu wird der Bestand oder Umschlag in Bestandselemente oder Um­schlagsphasen zerlegt. Das sind im Einzelhandel Grund- und Umschlagsbestand, im Großhandel Umschlags-, Sicherheits- und Funktionsbestand sowie die technisch-organisatorischen Hilfszeiten. Die Bestands- oder Umschlagsnormen werden mengen- und wertmäßig sowie in Tagen (Richt­tagen) ausgedrückt. Sie spiegeln den Durch­schnittsbestand oder den durchschnittlichen Um­schlag wider.