Betriebssystem

Betriebssystem — 1. Datenverarbeitung, Datenverarbeitungsanlage, elektronische — 2. betriebswirtschaftlicher Ordnungsbegriff, mittels dessen die landwirtschaftlichen Betriebe nach den wichtigsten in ihnen zusammenwirkenden Systemen der Pflanzen- und Tierproduktion grup­piert werden. Das System der Pflanzenproduktion umfaßt das Ackerbausystem und das Grönlandsy­stem. Kennzeichnend für das Ackerbausystem ist der Anteil des Anbaus einzelner Kulturpflanzen an der LN. Das Grünlandsystem wird nach dem Anteil des Grünlandes an der LN und dem Ver­hältnis zw. Wiesen und Weiden bestimmt. Die Systeme der Tierproduktion werden entsprechend der Produktionsrichtung (Milch, Jungvieh, Schlachtrinder u. a.) benannt. In Betrieben mit Pflanzen- und Tierproduktion sind entsprechend den unterschiedlichen Standortbedingungen u. a. folgende Betriebssystem möglich: a) Getreidebau — Futterbau: Der Getreidebau umfasst etwa 50% und der Futter­bau 20 % bis 30 % der LN. Die Tierproduktion wird durch das Übergewicht der Rinderproduktion bestimmt. b) Futterbau: Hier nimmt der Futterbau mindestens 60 % der LN ein und bestimmt die Betriebsorganisation. Dieses Betriebssystem kann als Weide­wirtschaft oder Almenwirtschaft vorkommen. Die Rinderproduktion steht auch hier im Vordergrund. c) Getreidebau — Hackfruchtbau: Der Getreidebau nimmt 45 % bis 55 %, der Hackfruchtbau 15 % bis 20% der LN ein. In vielen Fällen ist hier die Schweineproduktion, aber auch die Rinderproduk­tion anzutreffen. Als Spezialform kommt der Roggen-Kartoffel-Schweine-Betrieb vor. d) Hack­fruchtbau —. Getreidebau: Der Hackfruchtbau steigt auf mehr als 20 % an, so dass durch ihn die Betriebsorganisation in der Pflanzenproduktion bestimmt wird. Eine Sonderform stellt der Zuc­kerrüben-Weizen-Rinder-Betrieb dar. Landwirt­schaftliche Betriebe, die einem der unter a) bis d) genannten Betriebssystem zuzuordnen sind und über weitgehend gleiche ökonomische und natürliche Pro­duktionsbedingungen verfügen sowie eine ähnliche Struktur der Produktion haben, gehören dem gleichen Betriebstyp an. Mit der betrieblichen Trennung zw. Pflanzen- und Tierproduktion, der zunehmend größeren Mischfutterproduktion und der Erweiterung der technischen Trocknung von Futter sowie mit dem planmäßigen Übergang zur industriemäßigen Produktion bei umfassender Entwicklung vielfältiger Kooperationsbeziehungen haben die traditionellen Betriebssystem in ihre Bedeutung verloren. In den entstehenden größeren Produktionseinheiten werden effektive Erzeugnis­strukturen entwickelt, die in der Regel zwei profil bestimmende Fruchtarten mit 40 bis 85% Anteil an der LN sowie ein bis zwei Ergänzungsfrucht- arten umfassen. Bei der Festlegung effektiver Erzeugnisstrukturen ist vom volkswirtschaftlichen Bedarf, den natürlichen Standortbedingungen, dem vorhandenen Arbeitsvermögen, den Grund­fonds, relevanten Entwicklungstendenzen des wissenschaftlich-technischen Fortschritts (Züch­tung, Melioration, technische Trocknung) sowie den Möglichkeiten der Kooperation auszugehen. Häufig vorkommende Kombinationen sind die Erzeugnisstrukturen Getreide — Zuckerrüben — Grobfutter sowie Speisekartoffeln — Getreide — Grobfutter. In der Tierproduktion spezialisieren sich die Betriebe oft nur auf ein Produkt.