Bevölkerung

Bevölkerung — klassenmäßig gegliederte Gesamt­heit der Einwohner eines bestimmten staatsrecht­lich, verwaltungsmäßig oder geographisch ab­gegrenzten Gebietes (Erde, Erdteil, Staat, Ver­waltungseinheit usw.). Die Bevölkerung ist Hauptproduktiv­kraft der Gesellschaft und zugleich Konsument der produzierten Güter, d. h. Subjekt und gleichzeitig Objekt des gesellschaftlichen Lebensprozesses. Zahl, Struktur und Reproduktion der Bevölkerung beeinflus­sen in gewissem Grade die Entwicklung der Ge­sellschaft, von der sie selbst über ein kompliziertes System dialektischer Wechselbeziehungen ab­hängen. Wesentliches Charakteristikum der Bevölkerung ist ihre Dynamik, der Prozess ihrer ständigen quan­titativen und qualitativen Veränderung, insbes. durch Geburten und Sterbefälle, durch die Wan­derung und durch den ständigen Alterungsprozess, dem die Bevölkerung als Summe der Einzelpersonen unter­worfen ist. Niveau und Verlauf der Bevölkerungs­prozesse sind in den einzelnen Bevölkerungs­gruppen, Klassen und Schichten in Abhängigkeit von den sozialökonomischen Bedingungen unter­schiedlich. Zw. der Bevölkerungsstruktur und der sich aus den einzelnen Bevölkerungsprozessen ergebenden Bevölkerungsbewegung besteht ein enges dialektisches Wechselverhältnis.. Die Be­völkerungsstruktur bestimmt weitgehend die Be­völkerungsbewegung, andererseits formt und ver­ändert die Bevölkerungsbewegung ständig die Bevölkerungsstruktur. Die Kenntnis der Zahl der Bevölkerung, ihrer Struktur, ihrer regionalen Verteilung und ihrer ständigen Veränderungen ist eine unabding­bare Voraussetzung für die planmäßige Gestaltung wichtiger Gebiete des gesellschaftlichen und ökonomischen Lebens. Andererseits wächst in der sozialistischen Ordnung die Notwendigkeit und auch die Möglichkeit, die Bevölkerungsentwicklung, wie andere gesellschaftliche Prozesse, lang­fristig planen und den Erfordernissen der Ge­sellschaft entsprechend zu beeinflussen. Auf Grund der Bevölkerungszahl und -struktur werden bevölkerungsstatistische Verhältniszahlen (Le­bendgeborenen-, Sterbe-, Wanderungsziffer usw.) berechnet. Die Zahl der Bevölkerung wie auch die einzelner Bevölkerungsgruppen (Altersgruppen usw.) kann sich im Verlaufe eines Berichtszeit­raumes u. U. erheblich verändern. Daher wird international allg. die sog. mittlere Bevölkerung als Bezugs­basis für derartige Ziffernberechnungen verwandt. Die mittlere Bevölkerung ist die durchschnittliche Bevölke­rungszahl eines bestimmten Zeitraumes (Jahres, Quartals oder Monats). Sie wird als arithmetisches Mittel aus dem Anfangs- und Endbestand der Bevölkerung oder aus dem Durchschnitt der mittleren Bevöl­kerungszahlen der Monate bzw. Quartale berech­net. In wird die Bevölkerung nach dem Stand Jahresmitte als mittlere Bevölkerung bez. und verwandt.