Bevölkerungsprognose

Bevölkerungsprognose — Ermittlung der voraus­sichtlichen Entwicklung der Bevölkerung und ihrer Zusammensetzung nach Geschlecht und Alter, Familien und Haushalten, nach sozialen und weiteren Merkmalen sowie nach ihrer territorialen Verteilung nach administrativen Gebieten, Gemeindegrößengruppen, nach Stadt und Land usw. Im Zusammenhang mit den erhöhten Anforderun­gen an die langfristige Planung erhält die Bevöl­kerungsprognostik bei der weiteren Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft zuneh­mende Bedeutung. Eine zentrale Rolle kommt der Vorausberechnung der künftigen Bevölkerungs­entwicklung nach Alter und Geschlecht zu, von deren Ergebnissen alle anderen bevölkerungspro­gnostischen Untersuchungen ausgehen. Die Bevölkerungsprognose beruht auf den statistischen Informationen einer Volkszählung bzw. der laufenden Bevölkerungs­fortschreibung. Mit Hilfe altersspezifischer Ster­bewahrscheinlichkeiten (oder auch Überlebens­wahrscheinlichkeiten) wird die Sterblichkeit in den einzelnen Alters jahreskontingenten ermittelt; gleichzeitig wird unter Verwendung altersspezifi­scher Fruchtbarkeitsziffem die zu erwartende Zahl der Geborenen (unter Berücksichtigung der Se­xualproportion) berechnet. Dem natürlichen Altersprozess entsprechend werden schließlich die einzelnen Alters jahresgruppenkontingente für jedes nacheinander folgende Kalenderjahr um je­weils ein Altersjahr, verschoben. Der nachträgliche Vergleich der durch frühere Bevölkerungsprognose ermittelten Bevölkerungszahlen mit den tatsächlichen Werten zeigt, dass mit zunehmender Entfernung vom Ausgangszeitpunkt die Prognoseabweichungen größer werden. Deshalb ist es erforderlich, be­völkerungsprognostische Berechnungen in be­stimmten Abständen zu wiederholen, um recht­zeitig unvorhergesehene Veränderungen im Pro­gnosezeitraum erkennen zu können.