Bewertung der Naturressourcen

Bewertung der Naturressourcen, ökonomische — Verfahren, mit deren Hilfe für die verschiedenar­tigen Naturressourcen ein Geldausdruck be­stimmt werden kann, um sie mit anderen Elemen­ten des Reproduktionsprozesses vergleichbar zu machen und sie in die Leitung und Planung der Volkswirtschaft einbeziehen zu können. Eine Vorbedingung der Bewertung der Naturressourcen sind Kataster für Na­turressourcen. Es gibt verschiedene Verfahren der Bewertung der Naturressourcen, die unterschiedlichen Zwecken dienen und daher methodologisch zu unterscheiden sind: a) die Bewertung der Naturressourcen zur Steuerung und Regelung der ökonomischen Reproduktion von Naturressourcen. Grundlage der Bewertung der Naturressourcen bildet die Bestimmung des gesellschaftlich notwendigen Reproduktionsaufwands von Na­turressourcen (Aufwand für Suche, Aufklärung/ Erkundung, Erschließung und Wiederherstellung einer gleichwertigen Ausgangssituation für die Nutzung von Naturressourcen). Diese Form der Bewertung der Naturressourcen folgt den einzelnen Phasen des Wertbildungspro­zesses und widerspiegelt den Anteil der gesell­schaftlichen Gesamtarbeit, der in lebendiger und vergegenständlichter Form für die Reproduktion von Naturressourcen bereitgestellt werden muss. Sie bildet die Grundlage für langfristige Investi­tionsprogramme und damit für die langfristige Planung volkswirtschaftlicher Grundproportionen unter Einschluss von Naturressourcen. Aus­gangspunkte dafür sind naturale Bedarfsprognosen und Prognosen des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Auf der Grundlage dieser Bewertung der Naturressourcen kann die Einbeziehung von Naturressourcen in den Nationalreichtum der sozialistischen Gesellschaft erfolgen. b) die Bewertung der Naturressourcen zur rationellen Nutzung von Naturressourcen. Mittels dieser Form der Bewertung der Naturressourcen werden die Verteilung und der Einsatz von Naturressourcen unter volks­wirtschaftlichem Aspekt ökonomisch geregelt und ein vorratspfleglicher und sparsamer Umgang mit ihnen ökonomisch stimuliert. Sie bildet die Grund­lage für ein System von Preisen, Gebühren und Abgaben beim Verbrauch bzw. bei der Nutzung von Naturressourcen. Die Höhe der Preise bzw. der Abgaben für Naturressourcen kann jedoch bei einzelnen Arten und Teilmengen von Naturres­sourcen ganz erheblich von ihrem Reproduktions­aufwand abweichen, da infolge der Einbindung der Naturressourcen in Naturkreisläufe der jeweils konkrete Reproduktionsaufwand und die mit seiner Hilfe erzielten Effekte nicht immer eindeutig gegenübergestellt werden können. Die Bewertung der Naturressourcen ist Bestandteil einer gesellschaftlich ge­regelten Naturressourcenökonomie, die auf der Grundlage langfristiger Plannormative für die Nutzung und Reproduktion von Naturressourcen eine Intensivierung sichert. Für den volkswirt­schaftlich günstigsten Einsatz und die Nutzung der Naturressourcen können in einem eng begrenzten Zeitraum Verfahren der Optimierungsrechnung angewandt werden. Zur Bestimmung von Rang­folgen der Nutzung können mehrdimensionale Aufwand-Nutzen-Analysen und andere Verfahren Anwendung finden.