Bildungssoziologie

Bildungssoziologie — Teilbereich der marxistisch- leninistischen Soziologie, der Gesetzmäßigkeiten der Bildung im gesellschaftlichen Reproduktions­prozess erforscht. Ihr bes. Augenmerk gilt dem Bildungswesen als einer der ausgedehntesten sozialen Organisationen in der Gesellschaft, dessen spezifischen sozialen Strukturen und seinen ge­sellschaftlichen Funktionen. Unter spezifischen Strukturen des Bildungswesens sind die relativ stabilen sozialen Beziehungen zu verstehen, die die mit dem organisierten Lehren und Lernen befassten Mitglieder dieser sozialen Organisationen eingehen. Die Bildungssoziologie untersucht die auf Arbeitsteilung und Kooperation beruhenden Tätigkeits-, Grup­pen- und Entscheidungsstrukturen im Bildungswesen, dessen gesellschaftliche Funktionen und Beiträge (Effekte, Wirkungen) für die erweiterte sozialistische Reproduktion. Sie erforscht die Wirkung des Bildungswesens auf die qualitative Seite der Reproduktion des Arbeits­vermögens und auf die Entwicklung der Sozialstruktur der Gesellschaft sowie hinsichtlich seiner Wirksamkeit als politisch-ideologisches Machtinstrument, als eine Institution, die i. w. S. systematisch der Entfaltung der sozialistischen Lebensweise und Kultur dient. Obwohl die so­zialökonomische Funktion des Bildungswesens das Hauptinteresse der Bildungssoziologie findet, beschränkt sich die Analyse der Bildung im gesellschaftlichen Reproduktionsprozess nicht auf diese. Forschungs­objekt der Bildungssoziologie sind sowohl die Bildung in festste­henden Einrichtungen als auch jene Bildungspro­zesse, die in anderen sozialen Prozessen ein­geschlossen sind. Soziologie, marxistisch- leninistische, Wissenschaftliche Räte für die gesellschaftswissenschaftliche Forschung