Binnenschifffahrt

Binnenschifffahrt — Schiffsverkehr auf Flüssen, Kanälen und Binnenseen, der dem Transport von Gütern oder der Beförderung von Personen dient. Die Leistungsfähigkeit der Binnenschifffahrt eines Landes wird weitgehend durch die von der Natur gegebenen oder künstlich geschaffenen Produktionsbedingun­gen, d. h. durch die Parameter der Wasserstraßen, die Dauerhaftigkeit bestimmter Wasserstände und die zeitlich bedingten Schifffahrtsbehinderungen (Eis oder Eisgang, Hoch- oder Niedrigwasser) beeinflusst. Die Binnenfrachtschifffahrt transpor­tiert vorwiegend Massengüter (Kohle, Erze, Baustoffe, landwirtschaftliche Produkte usw.) über größere Entfernungen im Direktverkehr oder im gebrochenen Verkehr mit Vorlauf oder Nach­lauf von Landtransportmitteln. Wichtige Trans­portaufgaben für die Binnenschifffahrt eines Landes können in der Versorgung von Industriezentren mit Roh­stoffen, in der Versorgung von Großstädten mit Brennstoffen, Baustoffen und .landwirtschaft­lichen Erzeugnissen, in der Zufuhr und Abfuhr seewärtiger Außenhandelsgüter über die Seehäfen und in der Durchführung von Gütertransporten im grenzüberschreitenden Verkehr bestehen. Die Organisation der Binnen­frachtschifffahrt ist im VEB Binnen­reederei konzentriert, dem auch die Befrachtung des privaten Binnenschiffsraumes obliegt. Die Personenbeförderung der Binnenschifffahrt (Fahrgastschifffahrt) ist volkswirtschaftlich weniger bedeutend und dient in den europäischen Ländern vorwiegend dem Ausflugsverkehr. In wird die Fahrgastschifffahrt mit Binnenschiffen („Weiße Flotte") überwiegend von drei Betrieben durchgeführt, dem VEB Fahrgastschifffahrt Berlin und Dresden sowie dem VEB Schifffahrt Saalburg. In Potsdam und Brandenburg liegt die Fahr­gastschifffahrt in Händen der kommunalen Ver­kehrsbetriebe.