Bodenfruchtbarkeit

BodenfruchtbarkeitGebrauchswert des Bodens für die Pflanzenproduktion. Die Bodenfruchtbarkeit wird einmal durch die Eignung des Bodens für das Pflanzen­wachstum (Feuchtigkeit, Durchlüftung, Tempera­tur, Nährstoffvorrat u. a.) und zum anderen durch dessen technologische Eignung für agrotechnische und -chemische Maßnahmen (Steinbesatz, Roll- und Zugwiderstand, Verdichtbarkeit u. a.) be­stimmt. Dabei sind die Versorgungsfunktion des Bodens gegenüber den Pflanzen und seine phytosanitären Eigenschaften von bes. Bedeutung. Von den im Boden ablaufenden Prozessen haben das Transformations- und Speichervermögen des Bodens, d. h. seine Fähigkeit, für das Pflanzen­wachstum wichtige bodeneigene oder von außen (z. B. mit der Düngung) zugeführte Stoffe in pflanzenaufnehmbare Form umzuwandeln und sie der Pflanze verfügbar zu halten, bes. Bedeutung. Die Wasserhaltefähigkeit ist für die Bodenfruchtbarkeit sehr we­sentlich. Die bodenfruchtbarkeitsbestimmenden Faktoren sind teils relativ stabil und wenig beeinflussbar (Korngrößenzusammensetzung, Mineralbestand u. a.), größtenteils jedoch durch den Einsatz gesellschaftlicher Arbeit zu verändern (Humusgehalt, -beschaffenheit, Strukturverhält­nisse u. a.). Gemeinsam mit anderen standörtlichen Bedingungen, dem vorhandenen Pflanzenbestand sowie der angewandten Arbeit bestimmt die Bodenfruchtbarkeit die Erträge in der Pflanzenproduktion und beeinflusst sowohl die Arbeitsproduktivität als auch Effektivi­tät der Produktion. Sowjetische Agrarökonomen unterscheiden die potentielle Bodenfruchtbarkeit, die durch die jeweiligen physikalischen, chemischen und bio­logischen Eigenschaften des Kulturbodens be­stimmt wird und die in ihm akkumulierte Arbeit einschließt, und die effektive Bodenfruchtbarkeit, die sich aus dem Zusammenwirken des unmittelbaren Aufwandes an gesellschaftlicher Arbeit in der Pflanzenpro­duktion mit der potentiellen Bodenfruchtbarkeit ergibt. Die Ver­besserung des Bodengefüges einschl. der richtigen Humuswirtschaft sind wichtige Voraussetzungen zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit. Diese ist eine entscheidende Bedingung für die Intensivierung der Pflanzen­produktion beim Übergang zur industriemäßigen Produktion.. Die Verfahren zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit müssen sich in die industriemäßige Produktion eingliedern. Hohe und stabile Erträge bei optima­lem Aufwand sind der wichtigste Maßstab für die Beurteilung der Bodenfruchtbarkeit Ertrag.