Buchführung

Buchführung — planmäßige, lückenlose und sy­stematische Aufzeichnung aller ökonomischen Vorgänge, um den Einsatz und die wirtschaftliche Verwendung der dem Betrieb zur Verfügung ste­henden Mittel kontrollieren zu können. Im Ka­pitalismus dient die Buchführung der Widerspiegelung der Verwertung des Kapitals. Im Sozialismus ist die Buchführung ein Instrument zur Durchsetzung der wirt­schaftlichen Rechnungsführung. Die Buchführung ist der wichtigste Bestandteil der betrieblichen Rech­nungsführung und Statistik. Geschichte der Buchführung: Der Zeitpunkt des Entstehens der Methode der doppelten Buchführung ist unbekannt. Im 14. Jh. wurde in Italien (Venedig und Genua) bereits die doppelte Buchführung mit „Soll" und „Haben" angewendet. Die deutschen Kaufleute zeichneten zu dieser Zeit in lateinischer Sprache und Zahlen ihre Kreditgeschäfte noch in einem einzigen Buch in einfacher Form auf. Der Franziskanermönch Luca Paccioli hat in seinem 1494 erschienenen Lehrbuch die  doppelte Buchführung „alla veneziana" dar­gestellt, ohne jedoch ihr Erfinder zu sein. Der rege Handelsverkehr zw. Deutschland und Italien brachte auch in Deutschland bis zum Ende des 16. Jh. die Übernahme der doppelten Buchführung, vor allem in den großen süddeutschen Handelshäusern der Fugger und Weiser. Im 17. und 18.1h. arbeitete man an einer Verfeinerung der Buchführung durch Journaltei­lung (deutsche und französische Buchführung). Im Jahre 1804 wurde durch die Zusammenführung von Journal und Hauptbuch zu einem einheitlichen Ganzen das amerikanische Journal erfunden. Der große Auf­schwung der Produktivkräfte vor dem ersten Weltkrieg brachte in allen Unternehmen eine Vervielfachung der Geschäftsvorfälle und Konten mit sich, wodurch die gebundenen Bücher immer schwerfälliger zu handhaben waren. Es entwickelte sich die Lose-Blatt-Buchführung und mit ihr die Durchschreibebuchführung (Hinz 1910, Ruf 1918), die sich als manuelle und maschinelle Durchschreibebuchführung endgültig durchgesetzt hat. — Die Handelsbuchführung entwickelt sich infolge fortschreitender Industrialisierung immer mehr zu einer Buchführung des Industrieunternehmens, in der Buchführung und Kostenrechnung organisch zusammengefasst sind. Im Sozialismus dient die Buchführung dem ge­sellschaftlichen Fortschritt und rechnet. den er­weiterten sozialistischen Reproduktionsprozess ab.