Bürokratismus

Bürokratismus — spezifische Erscheinung des Überbaus antagonistischer Klassengesellschaften; Leitungssystem und -methode der herrschenden Klasse zur Ausschaltung der Volksmassen von den Staatsgeschäften, zu ihrer Trennung von den Leitungsorganen des Staates, zur Unterdrückung der Volksmassen und Verwirklichung der Inter­essen der Monopolbourgeoisie. Der Bürokratismus ist vor allem mit der Unterdrückungsfunktion des Aus­beuterstaates verbunden. Er tritt als eine dem Wesen und Charakter der Bürokratie ent­sprechende gesellschaftliche Einstellung und Handlungsweise (reglementieren, administrieren; Unfähigkeit, auf den gesellschaftlichen Fortschritt zu reagieren, Kampf gegen den gesellschaftlichen, Fortschritt; Missachtung der schöpferischen Fähig­keiten der Volksmassen) sowie in entsprechenden institutionellen Formen in Erscheinung. Als Überbauerscheinung ist der Bürokratismus eine historische Er­scheinung, dessen Formen sich entsprechend der Veränderung der ökonomischen Basis der Aus­beutergesellschaften verändern. Am stärksten entwickelt und aufgebläht ist der Bürokratismus im Imperialis­mus, hier dient er der Verteidigung und Sicherung der Macht der Monopolbourgeoisie. Der Bürokratismus verliert im Prozess der sozialistischen Revolution seine soziale Basis. Das bedeutet nicht, dass der Bürokratismus mit der Schaffung des sozialistischen Staates auto­matisch restlos beseitigt ist. Überreste treten im Sozialismus als Missachtung, Gleichgültigkeit, Verständnislosigkeit und Herzlosigkeit gegenüber den Interessen der. Werktätigen auf. Lenin wies darauf hin, dass die entscheidende Aufgabe zur vollen Beseitigung des Bürokratismus darin besteht, die ganze Bevölkerung an der Verwaltung des Staates teil­nehmen zu lassen. In diesem Sinne wird der Kampf gegen bürokratische Erscheinungen durch die Entfaltung der sozialistischen Demokratie unter Führung der marxistisch-leninistischen Partei geführt.