Charakter der Arbeit

Charakter der Arbeit,— Wesensmerkmal der ge­sellschaftlichen Beziehungen der Menschen im Arbeitsprozess, gesellschaftliche Form der Ar­beit, grundlegender Bestandteil der Produktions­verhältnisse. Charakter und Inhalt der Arbeit, ihre konkrete Seite, entsprechen dem Stand der ma­teriellen Produktivkräfte, bilden eine untrennbare Einheit. Allg. Merkmale des Charakter der Arbeit sind: a) die Stel­lung der unmittelbaren Produzenten zu den Pro­duktionsmitteln (Eigentum an den Produktions­mitteln); b) das Ziel der Produktion und die Stel- lung der unmittelbaren Produzenten dazu; c) die Art und Weise der Verausgabung, Organisation und Betätigung der individuellen und kollektiven Arbeit als Bestandteile der gesellschaftlichen Gesamtarbeit; d) die gesellschaftliche Wertung der Arbeit; e) das Verhältnis von körperlicher und geistiger Arbeit, von industrieller und landwirt­schaftlicher Arbeit und der Arbeit in verschiede­nen Nationen zueinander. Kriterien des Charakter der Arbeit im Kapitalismus: a) die Arbeit vollzieht sich unter den Bedingungen des kapi­talistischen Eigentums an den Produktionsmitteln und der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen; b) das Ziel der Produktion, Gewinnung von Höchstprofit durch die Kapitalisten, steht im Widerspruch zu den Interessen der Arbeiterklasse; c) es besteht ein antagonistischer Widerspruch zw. privater und gesellschaftlicher Arbeit (Ursache für Krisen und Vergeudung gesellschaftlicher Arbeit);d)die Haupttriebkraft zur Arbeit ist der ökono­mische Zwang; e) es bestehen antagonistische Widersprüche z. B. zw. körperlicher und geistiger Arbeit, industrieller und landwirtschaftlicher Ar­beit sowie zw. der Arbeit verschiedener Nationen. Mit dem revolutionären Sturz der kapitalistischen Gesellschaftsordnung und der Schaffung des so­zialistischen Eigentums an den Produktionsmitteln verändert sich der Charakter der Arbeit grundlegend. Die Arbeit erhält einen neuen, sozialistischen Charakter. Kriterien des Charakter der Arbeit im Sozialismus: a) die Arbeit vollzieht sich auf der Grundlage des Eigentums der Produzenten an den Produktionsmitteln frei von Ausbeutung; b) die Arbeit dient der immer besseren Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse und der allseitigen Persönlichkeits­entwicklung aller Mitglieder der Gesellschaft) die Arbeit wird in der Gesellschaft planmäßig organisiert und erhält einen unmittelbar gesell­schaftlichen Charakter; d) die Triebkräfte zur Arbeit beruhen auf dem sozialistischen Eigentum an den Produktionsmitteln und der objektiven Übereinstimmung zw. den gesellschaftlichen Er­fordernissen und den Interessen der Werktätigen; e) die antagonistischen Widersprüche zw. kör­perlicher und geistiger Arbeit, industrieller und landwirtschaftlicher Arbeit sowie zw. der Arbeit der verschiedenen Nationen wurden beseitigt. Mit der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft erfolgt eine weitere Ausprägung des sozialistischen Charakter der Arbeit. Dabei bilden die konsequente Verwirklichung der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, die sozialistische ökonomische In­tegration der Länder des RGW, der wissenschaft­lich-technische Fortschritt und die Veränderungen im Inhalt der Arbeit grundlegende Voraussetzun­gen für die Ausprägung des Charakters der Arbeit im Kommunismus; gleichzeitig erhöht sich der Einfluss des subjektiven Faktors, der Hauptpro­duktivkraft Mensch, auf diesen Prozess. Richtungen der weiteren Ausprägung des soziali­stischen C: Weiterentwicklung der Vergesellschaf­tung der Produktion auf der Grundlage der Kon­zentration der Produktion in Einheit mit einem höheren bewusstseinsmässigen Reifegrad der Werk­tätigen, die zur Erweiterung und neuer Qualität der sozialistischen Gemeinschaftsarbeit und gegen­seitiger Hilfe sowie zu neuen Wettbewerbsformen führen; Entwicklung neuer Arbeitsbeziehungen zw. den Werktätigen verschiedener sozialistischer Länder im Rahmen von Projekten der sozialisti­schen ökonomischen Integration; Fortschritte bei der Überwindung der wesentlichen Unterschiede zw. industrieller und landwirtschaftlicher Arbeit im Rahmen der Industrie-Agrarkomplexe; Fort­schritte bei der Überwindung der wesentlichen Unterschiede zw. körperlicher und geistiger Arbeit durch Erhöhung der Qualifikation der Werktäti­gen; weitere Annäherung von geistigen und kör­perlichen Arbeitsprozessen, Erhöhung des geistig- schöpferischen Niveaus der Arbeit durch Beseiti­gung von schweren körperlichen sowie Routine­arbeiten auf der Grundlage des wissenschaftlich­technnischen Fortschritts. Die Entfaltung des sozialistischen Charakter der Arbeit ins entwickelten Sozialismus wird zu einem wesentlichen Moment der Her­ausbildung der sozialistischen Lebensweise und der Veränderung der Sozialstruktur der Ge­sellschaft im Sinne der weiteren Annäherung der Klassen und Schichten bei der Schaffung von Voraussetzungen für den allmählichen Übergang zum Kommunismus. Arbeit als erstes Lebens­bedürfnis des allseitig entwickelten Menschen wird dann mehr und mehr wesensbestimmendes Merk­mal des Charakters der kommunistischen Ar­beit.