Dachdeckung

Dachdeckung: Teil des für Dachs, der das Bauwerk gegen Niederschlagswasser schützt. Die Art und Ausführung der Dachdeckung ist abhängig von der für Dachkonstruktion, der Dachneigung und den Dacheindeckungsstoffen. Bildet die Dachkonstruktion eine ge­schlossene Fläche (Flächentragwerk), so kann die Dachdeckung unmittelbar darauf aufgebracht werden, ist sie ein Stabtragwerk, dient eine Unter­konstruktion aus einer Holzschalung oder Dachlattung (Holz oder Beton) zur Aufnahme der Dachdeckung. Zur Dachdeckung gehören ferner Dachanschlüsse. Dachdeckungszubehörteile und i. w. S. die Dachentwässerung. Je nach der Ver­legungstechnik entspr. der Dachdeckungsstoffe unterscheidet man ableitende Dachdeckung bei Steildächern und abdichtende Dachdeckung bei Flachdächern. Nach den ver­wendeten Materialien unterscheidet man Weich- und Hartdachdeckung. Für die Weichdachdeckung sind es Stroh, Reet, Schilf und Holzschindeln. Die Materialien für Hartdachdeckung sind Dachzie­gel, -steine. Schiefer, Asbestzementplatten, Metall, Glas und nicht brennbare Plaste sowie Dachpappen auf nicht brennbaren Unterkonstruk­tionen. 1. Wesentliche Dachdeckungsarten: 1.1. Puppdeckung wird nach der Anzahl der Dachpapplagen (bis zu 3 Lagen) und nach der Dachpappart. B. Teer-Bitumendachpappe, Glasvliesdachbelag, unterschieden. Die Dachpappdeckung erfordert eine geschlossene Unterkonstruktion und wird auf Massivdächern mit heißer Bitumenklebemasse aufgeklebt. Auf Holz­schalungen wird die unterste Lage aufgenagelt, die weiteren Lagen werden stets geklebt. Die Bahnbeläge können parallel zur Traufe oder auch senkrecht zur Traufe mit einer seitlichen und unteren Uber-deckung von mindestens 100 mm verlegt werden. Die oberste Lage er­hält einen heißen oder kalten Bitumen- oder Teerdachanstrich. Be­trägt die Dachneigung < 10%, wird auf die oberste Lage eine minde­stens 35 mm dicke Sand- und Kiesschüttung als Kiespressschüttung zum Schutz gegen Versprödung aufgebracht.  1.2. Foliendeckung aus Plaste, Elaste, Aluminium-, seltener Kupferfolien, wird auf der Unter­konstruktion, die bei Verwendung von Metallfolien zuvor einen Korrosionsschutzanstrich erhalt, mit einem Spezialkleber befestigt. Die Folien werden an den Überdeckungen geklebt oder bei Verwendung von Plasten auch mit Heißluft geschweißt. 1.3. Bitumen-Latexdachdeckung, ein Zweikomponenten-Material (Bitumen, Latex), wird mit einem Spritz­gerät mindestens 5 mm dick einlagig und fugenlos aufgebracht. 1.4. Zie­geldachdeckung mit Flachziegeln (Biberschwänze), Dachsteinen, Hohl- (Mönch. Nonne), Pfannen-, Falz-, Krempziegeln, die mit angeformter Nase auf Dachlatten (30 mm x 50 mm Kantenlänge) aufgehängt, bei steiler Dachneigung und zur Sicherung gegen Sturm mit Draht daran be­festigt werden. Die Eindeckung mit Flachziegeln erfolgt mit einfacher (Spließdach) oder doppelter Überdeckung (z. B. Kronendach). Andere Ziegelformen werden mit oberer und seitlicher Überdeckung und Mör­telverstrich verlegt. 1.5. Schieferdachdeckung ist abhängig von der Dachneigung und der Form des Dachschiefers (Normal-. Schuppen-, rechteckige. spitzwinklige Schablone). Die Schieferschablonen werden horizontal oder mit ansteigendem Gebinde (Reihung) auf einer Holzschalung oder auf breiten Latten mit Überdeckung aufgenagelt. besteht aus ebenen oder gewellten Tafeln von mindestens 1 m2 Fläche aus Asbestzement, Bitumenwellpappe (,,Wellbit") oder Plastverbundplat­ten, z. B. lichtdurchlässige glasfaserverstärkte Polyestcr-Welltafeln. Die Tafeln werden mit seitlicher und unterer Überdeckung auf der Unterkonstruktion (Pfetten) mit Schrauben befestigt. 1.7. Bei der Metalldachdeckung werden genormte Stahl-, Zink-, Kupfer- oder Aluminium­bleche miteinander verfalzt (stehender oder liegender Falz) und mit Bügeln (Hafter) auf der Unterkonstruktion befestigt. Aluminiumblech-Profilbänder (Hettaldeckung) gehen von Traufe bis First durch und werden mit seitlicher Überdeckung und zwischengefügter Bitumenbinde mit Spezialschrauben (Hakenschrauben) auf der Dachkonstruktion be­festigt. Der Trend der Dachdeckung verläuft zur Verwendung oberflächenfertiger. selbsttragender, großformatiger Deckelemente, z. B. von Hettal-Verbundprofilen mit Schaumpolystyrol-Dämmschicht oder von Al-PUR-Al- | Stützkernelementen. 2. Dachanschlüsse sind wasserdicht ausgebildete Verbindungen zu angrenzenden oder die Dachfläche durchdringenden Bauteilen, z. B. Giebel, Brüstungen, Dachaufbauten, Dachfenster, Schornsteine, Dunst­rohre, u. a. Sie werden aus PVC oder Zinkblech ausgeführt und sind konstruktiv so ausgebildet, dass Formveränderungen (Bewegungen) ihre Funktionstüchtigkeit nicht beeinträchtigen. Dachzubehörteile: 3.1. Laufbrett als Zugang für den Schorn­steinfeger vom Dachausstieg (Dachfenster) zu den Schornsteinköpfen. Die imprägnierte Bohle wird auf verzinkten Laufbrettstützen, die an der Dachkonstruktion befestigt sind, aufgeschraubt. 3.2. Das Schneefang­gitter wird mit Stützen oberhalb der Traufe an der Dachkonstruktion befestigt. Sie sind bei Dächern mit einer Neigung von g 75% (37°) anzubringen und sollen das Abrutschen von Schnee in die Dachrinne und auf den Bürgersteig verhindern. 3.3. Dach- und Leiterhaken zur Befestigung von Leitern für Dachreparaturen bei Neigungen i= 62,5% (30°).