deficit spending

deficit spending [engl.] — Ausnutzung des bürger­lichen Staatshaushaltes für die antizyklische Wirtschaftspolitik. Während der Krise und der Depression gibt der Staat, um die Wirtschaft „an­zuregen", mehr Geld aus, als er einnimmt. Er erhöht seine Käufe, auch Rüstungskäufe, gibt Zuschüsse für Investitionen und den Wohnungs­bau und senkt die Steuern. Diese Politik wurde vor allem in den USA systematisch angewandt. Sie lässt sich auch während der Rezessionsperiode nach dem Korea-Boom (Anfang der 50er Jahre) in Westeuropa verfolgen. Da die kapitalistischen Interessen in der Krise auf starken Einsatz dieser Mittel drängen, sich aber während des Auf­schwungs restriktiv wirkenden Maßnahmen wider­setzen, führt das deficit spending zur Tendenz einer Erhöhung des Haushaltsdefizits, der Staatsschulden und der Inflation.  Wirtschaftspolitik, antizyklische.