Dienstleistungspreise

Dienstleistungspreise, Abk. DLP — Preise für per­sonenbezogene, sachbezogene und für kommunale Dienstleistungen. Dienstleistungspreise sind Bestandteil der Ver­braucherpreise. Die Dienstleistungspreise für produktive Dienst­leistungen beruhen auf dem gesellschaftlich not­wendigen Arbeitsaufwand. Abweichungen können auftreten durch preisbildende Faktoren Angebot und Nachfrage, Gebrauchswert sowie soziale Faktoren. Die Abweichungen werden mit Hilfe der produktgebundenen Stützungen bzw. produkt­gebundenen Abgabe realisiert. Für Dienstleistungspreise gelten analog zu den Einzelhandelsverkaufspreisen die Grundsätze der  Preisstabilität. Sie müssen be­darfsgerechte Dienstleistungen fördern, rationelle Technologien und Materialökonomie unterstützen. Bei neuen Dienstleistungen ist ein Preisantrag zu stellen. Er muss neben allgemeinen Angaben zum Betrieb Angaben der Leistung (Bezeichnung und Beschreibung, Technologie) sowie einen Kosten­nachweis (Kalkulation) und den Preisvorschlag enthalten. Eine besondere Aufgabe ist die Fest­legung von Preiszuschlägen für Qualitätsdifferen­zierung bzw. Liefertermine. Die Dienstleistungspreise treten ent­sprechend der Vielfalt der Funktionen der Dienst­leistungen in unterschiedlicher Form in Erschei­nung (Regelleistungspreise, Mieten, Pachten, Tarife, Gebühren etc.). Ihnen liegen dement­sprechend unterschiedliche Berechnungsformen zugrunde; für sie gelten staatlich bestätigte Preis­anordnungen oder Preisbewilligungen, die in Preis­katalogen und Preiserrechnungsvorschriften ihren Niederschlag finden. Diese sind für stets wieder­kehrende Leistungen von Bedeutung. In den Preis­katalogen werden die Teilleistungen oder Lei­stungskomplexe beschrieben und der Einzelpreis festgelegt. Der Dienstleistungspreise ergibt sich dann durch Ad­dition der Gesamtleistung. Durch zentrale staat­liche Entscheidungen kann die Verantwortung für die Preisbildung für Dienstleistungen den örtlichen Staatsorganen übertragen werden. Dezentral fest­gelegte Dienstleistungspreise müssen nicht einheitlich, sondern können örtlich verschieden sein. Sie berücksich­tigen die territorialen Bedingungen. Bei der Bil­dung von Dienstleistungspreise ist die richtige Relation zu den bestehenden Dienstleistungspreise und EVP zu beachten, da zwischen der Höhe der EVP und der Inanspruch­nahme von Dienstleistungen und ihren Preisen eine Abhängigkeit besteht. Da die Dienstleistungen schneller als der Warenumsatz steigen, erhalten die DLP entsprechende Bedeutung.