Diskontpolitik

Diskontpolitik — klassisches Lenkungsinstrumen­tarium kapitalistischer Zentralbanken zur Manipu­lation des Diskontsatzes, um damit die Nachfrage nach Krediten zu beeinflussen (Diskont). Eine Erhöhung des Diskontsatzes (Zinssatzes) soll die Kredite verteuern und damit die Kreditnachfrage der Wirtschaftsunternehmen bei den Geschäftsbanken einschränken, während eine Senkung des Diskontsatzes einen Anreiz zur Kreditaufnahme schaffen soll (Politik des billigen Geldes). Mit Hilfe der Diskontpolitik wird also versucht, die Geldmenge aus­_ zudehnen oder einzuschränken, um damit den Verlauf des konjunkturellen Zyklus gezielt zu beeinflussen. Unter den Bedingungen des staats­monopolistischen Kapitalismus ist die beabsich­tigte Wirkung der  Diskontpolitik praktisch bedeutungslos geworden, da die von den Monopolen in Gang gesetzte inflationistische Preispolitik zu einer weitgehenden Zinsunempfindlichkeit führt. Ver­änderte Diskontsätze haben deshalb heute vor­wiegend proklamatorischen Charakter und sind nur als Signale der Konjunkturbeurteilung seitens der Zentralbanken zu werten. Das beweisen auch die in den letzten Jahren üblich gewordenen sehr häufigen Diskontsatzveränderungen innerhalb kurzer Zeiträume, wobei die Neufestsetzungen oft Entwicklungen von mehreren Prozenten aus­machten.