düngemittel

Düngemittel — Stoffe, die dem Boden zugeführt werden, um die Pflanzen mit entsprechenden Nährstoffen zu versorgen und die Bodenfrucht­barkeit zu erhalten und zu verbessern. Die Düngemittel nehmen in der Chemisierung der Landwirtschaft einen bedeutenden Platz ein und stellen einen wichtigen Intensivierungsfaktor dar, durch den der Ertrag in der Pflanzenproduktion gesteigert und der Nährstoffgehalt der Kulturpflanzen erhöht werden kann. Dem chemischen Aufbau nach teilt man die Düngemittel in organische und mineralische (an­organische) ein. Die organischen Düngemittel bestehen im Wesentlichen aus Pflanzenrückständen und Aus­scheidungen landwirtschaftlicher Nutztiere. Dazu gehören u. a. Stalldung, Gülle, Jauche, Kompost, Mehrungsmist, Erdmist, Pferchdünger, Fäkalien und Klärschlamm. Durch sie werden dem Boden neben Pflanzennährstoffen auch Humusstoffe zugeführt, die die Beschaffenheit des Bodens günstig beeinflussen. Die mineralischen Düngemittel werden industriell hergestellt bzw. aus Naturprodukten industriell aufbereitet. Sie werden nach den in ihnen enthaltenen Nährstoffen in Stickstoff-, Phosphor-, Kali- und Kalkdünger eingeteilt. Die mehrere Nährstoffe enthaltenen Düngemittel bezeichnet man als Mehrnährstoffdünger. Verschiedene mi­neralische Düngemittel enthalten weitere von den Pflanzen benötigte Stoffe, so z. B. Magnesium und Schwe­fel sowie Mikronährstoffe, so z. B. Bor, Eisen, Kupfer und Mangan. Zur Düngung nicht erf orderliche Stoffe werden als Ballaststoffe bezeich­net; aus Gründen der Rationalisierung ist man bestrebt, ihren Anteil am Gewicht der Düngemittel zu re­duzieren. Die mineralischen Düngemittel kommen meist in fester, teilweise auch in flüssiger Form zum Ein­satz. Flüssige Düngemittel sind in der Herstellung oft billi­ger, und sie bieten die Möglichkeit einer weit­gehenden Mechanisierung. Der Einsatz minerali­scher Düngemittel in der Landwirtschaft  ist von 1960 bis 1976 beachtlich angestiegen, so z. B. bei Stickstoffdüngemittel auf 321%, bei Phosphordüngemittel auf 195%. bei Kalidüngemittel auf 126% und bei Kalk auf 164%, jeweils in Reinnährstoffgehalt gerechnet. Bis 1980 soll sich gegenüber 1975 der Aufwand an Stickstoffdüngemittel auf 131 bis 135% und an Phosphordüngemittel auf 106% er­höhen.