Energiekrise

Energiekrise — die auf dem Boden der allgemeinen Krise des Kapitalismus entstandene und diese vertiefende Strukturkrise in der Energiewirt­schaft der kapitalistischen Länder. Sie entwickelte sich aus dem im Kapitalismus nicht lösbaren Konflikt zw. der im Energiebereich erreichten Stufe der Vergesellschaftung der Produktion und der monopolistischen Struktur der Energie­wirtschaft, aus der widersprüchlichen Entwicklung der kapitalistischen internationalen Arbeitsteilung sowie aus der fortschreitenden Einschränkung des Rohstoffmonopols des Imperialismus. Der Energiebereich erfordert unter den Bedingungen der wissenschaftlich-technischen Revolution ob­jektiv die planmäßige Entwicklung und Bereit­stellung von Energieträgern für lange Zeiträume unter gesellschaftlichen Gesichtspunkten. Die Unterordnung der Entwicklung der kapitalisti­schen Energiewirtschaft unter überwiegend kurz- oder mittelfristige Profitinteressen der sie be­herrschenden Monopole führte zum Widerspruch zwischen der Struktur des Energieverbrauchs und der Struktur der natürlichen Brennstoffressour­cen. Obwohl 90% der fossilen Energieträger aus Kohle und nur 7% aus Erdöl bestehen, entwickelte sich die Struktur des Primärenergieverbrauchs immer stärker zugunsten des Erdöls, das zusam­men mit Erdgas 70-80% bestreitet. Der offene Ausbruch der Energiekrise erfolgte im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des bisher bestehenden Versorgungssystems der imperialistischen Staaten, das auf der Ausbeutung der vorwiegend in Entwicklungsländern lagernden Erdölvorkommen zu niedrigen Kosten und Preisen beruhte. Die Herausbildung neuer Bedingungen in der kapi­talistischen Energiewirtschaft verband sich mit dem Kampf der Entwicklungsländer um wirt­schaftliche Unabhängigkeit und verschärft den Widerspruch zw. den imperialistischen Ländern und den Entwicklungsländern. Die Energiekrise wurde von den Erölmonopolen zur Gewinnsteigerung aus­genutzt, indem sie die ihnen auferlegten höheren Abgaben an die Förderländer auf die Verbraucher abwälzten und die Nachfragesituation auf dem Weltmarkt spekulativ verschärften. — Die Energiekrise und die mit ihr zusammenhängende Ölpreiserhöhung der OPEC sowie die immer kostenaufwendiger werdende Erschließung und Förderung von Energieträgern blieben nicht ohne Wirkungen auf den Weltmarkt, wovon auch die sozialistischen Länder berührt werden. So er­höhten sich die Aufwendungen für notwendige Energieträgerimporte auch für eine Reihe soziali­stischer Länder. Unter Nutzung der Vorzüge der sozialistischen Produktionsweise unternehmen die sozialistischen Länder Anstrengungen, um die sich daraus ergebenden volkswirtschaftlichen Belastungen zu meistern. Dies gestattet die Verwirklichung der gesetzten wirtschafts- und sozial- politischen Ziele.