Entwicklungsprogramme

Entwicklungsprogramme — Programme zur Ent­wicklung der gesamten Volkswirtschaft, einzelner ihrer Bereiche oder größerer Projekte hauptsäch­lich in Entwicklungsländern. Sie werden von fast allen Entwicklungsländern aufgestellt, um ein beschleunigtes ökonomisches Wachstum zur Auf­holung des großen Rückstandes gegenüber den industriell entwickelten Ländern zu erreichen. Günstige Voraussetzungen für die Durchführung von Entwicklungsprogrammen bestehen in Ländern mit Starken staatlichen Wirtschaftssektoren. In zahlreichen Entwick­lungsländern bestehen bereits umfassende, d. h. die Entwicklung der gesamten Volkswirtschaft komplex berücksichtigende Entwicklungsprogramme, die Zeiträume von 4 bis 10 Jahren erfassen. Daneben gibt es kurzfristige Entwicklungsprogramme für Teilbereiche, z. B. für bestimmte landwirtschaftliche Kulturen, Energieprogramme usw. Die Entwicklungsprogramme müssen die bes. natürlichen Bedin­gungen der Entwicklungsmöglichkeiten, insbes. die vorhandenen Rohstoffquellen, die Energie­quellen, die Arbeitskräftelage, den Bildungsstand und die Erziehungsmöglichkeiten, den Stand der vorhandenen Industrialisierung, die internationale Arbeitsteilung, die Finanzierungsmöglichkeiten und die Marktbedingungen berücksichtigen. Neben den im Lande selbst verfügbaren Mitteln sind die als Entwicklungshilfe bereitgestellten Kredite, technischen Hilfsmaßnahmen usw. für die Realisierung der Programme von großer Be­deutung. Die imperialistischen Länder versuchen durch solche Organisationen wie Weltbank, OECD, EWG, Colombo-Plan, Allianz für den Fortschritt u. a. nicht nur die Verteilung der Ent­wicklungshilfemittel, sondern auch deren Ver­wendung zu kontrollieren, d. h. Einfluss auf die Ausarbeitung der Entwicklungsprogramme zu nehmen. — Durch ver­stärkte regionale Zusammenarbeit und die Hilfe der neugegründeten Gemeinschaftsbanken, wie der „Afrikanischen Entwicklungsbank", der „Afro-Arabischen Bank" u. a., sowie Inanspruch­nahme der Hilfe sozialistischer Länder können diese Gefahren gemindert und kann die Entwick­lung unabhängiger Volkswirtschaften in den Ent­wicklungsländern beschleunigt werden.