Ernährung

Ernährung — Aufnahme der für Aufbau, Erhaltung und Funktion eines Organismus erforderlichen Stoffe. Zur Ernährung der Menschen sind Wasser, Nähr­stoffe (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate) und Vi­talstoffe (Mineralstoffe, Vitamine. Spurenele­mente) erforderlich, die in der Regel nicht in reiner Form, sondern über Nahrungsmittel zusammen mit Schlackenstoffen (unverdauliche Bestandteile) aufgenommen werden. Der Nahrungsbedarf wird durch . den Bedarf an Energie und Eiweiß be­stimmt. Unterernährung liegt vor, wenn die Energiezufuhr ein bestimmtes Maß unterschreitet, Mangelernährung, wenn bei ausreichender Energie­versorgung einige Nähr- oder Vitalstoffe in un­genügender Menge aufgenommen werden. Der Energiebedarf wird in Kilokalorien (Kcal) an­gegeben. Er ergibt sich aus dem Grundbedarf und dem Leistungsbedarf (für Arbeit) in Abhängigkeit von Geschlecht, Alter und Lebensweise. So be­trägt z. B. der Tagesrichtwert für 18-35jährige Frauen 2 200 Kcal. Die täglich erforderliche Min­desteiweißmenge wird international jetzt mit 0,57 g je kg Körpermasse angegeben (pro Kopf im Welt­durchschnitt 38,7 g/Tag). Sie liegt bei Schwange­ren, Stillenden, Kindern und Jugendlichen höher. Da für den Aufbau menschlichen Eiweißes es­sentielle Aminosäuren unentbehrlich sind, ist ein ausgewogenes Proteinangebot erforderlich. Eiweiß geringerer Qualität kann durch Zufuhr von höherwertigem Protein aufgewertet werden. Eine ge­sunde Lebensführung schließt eine vernünftige Ernährung ein. Sie soll etwa dem Normbedarf entsprechen. In den letzten Jahren wird dieser in über­schritten (1970 im Durchschnitt pro Kopf 3 180 Kcal /Tag), für entwickelte Industrieländer wird er von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisa­tion der UN mit 3 090 Kcal angegeben. Die Ernährung der Bevölkerung nimmt einen entscheiden­den Platz in der Politik eines jeden Landes ein. Sie erlangt auch in der internationalen Klassenausein­andersetzung zunehmende Bedeutung (Welternährung). Die Ernährung ist Hauptbedingung der Re­produktion der Arbeitskraft. Damit schafft sie eine wesentliche Voraussetzung für die körperliche und geistige Entwicklung der Menschen, ihre Arbeits­bereitschaft und ihr Leistungsvermögen.