Familienplanung

Familienplanung — Gesamtheit der gesellschaft­lichen und individuellen Mittel, Maßnahmen und Methoden zur Geburtenregulierung (Geburten­regelung), d. h. zur Festlegung der Anzahl der Geburten, ihres zeitlichen Abstandes und des Zeitpunktes (Geburtenstimulierung, Geburtenpla­nung, Geburtenkontrolle). Die Familienplanung sichert die Über­einstimmung zw. den gesellschaftlichen Interessen der Eltern, insbes. der Mutter, für eine harmoni­sche und gesunde Entwicklung der Familie und ihrer Mitglieder. Die Familienplanung ist Bestandteil der Bevölkerungspolitik der sozialistischen Gesellschaft und für die Erhaltung von Gesundheit und Lei­stungsfähigkeit der Mutter, für die Entwicklung der ehelichen Gemeinschaft sowie für die Gesund­heit und erzieherische Situation der Kinder von Bedeutung. Sie ermöglicht, die ökonomische und soziale Entwicklung der Ehepartner u. a. Faktoren bei der Geburt von Kindern zu berücksichtigen. Als Mittel der Familienplanung dienen vor allem die Anwendung von Schwangerschaftsverhütungsmitteln und -methoden in Verbindung mit der ärztlichen Bera­tung und Aufklärung sowie sozialpolitische Maß­nahmen zur materiellen und finanziellen Unter­stützung kinderreicher Familien und die Förderung junger Ehen. Die Familienplanung wird in durch die kostenlose Zurverfügungstellung von Antikonzeptiva durch den Staat gefördert und unterstützt. Sie beruht auf der Einsicht der Eltern in eine für die Entwicklung der Familie und die Gesellschaft erforderliche Kinderzahl. — Die Familienplanung kann in auf der Grundlage gesetzlicher Bestimmun­gen (z. B. Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft) voll verwirklicht werden. Die Verwirklichung dieses Rechts ist untrennbar mit der wachsenden Verantwortung des sozialistischen Staates und aller seiner Bürger für die ständige Verbesserung des Gesundheitsschutzes der Frau. für die Förderung der Familie und der Liebe zum Kinde verbunden. - Die Ziele und Methoden der Familienplanung unterscheiden sich, als Mittel der Einflussnahme auf die Bevölkerungsentwicklung, in den kapi­talistischen Staaten und den jungen Nationalstaa­ten in Abhängigkeit von den jeweiligen so­zialökonomischen Bedingungen in jedem Land. Demographische Probleme in den jungen Na­tionalstaaten sind jedoch nicht mit den Methoden der Familienplanung allein lösbar, sondern erfordern die Ober­windung ökonomischer Rückständigkeit und Ab­hängigkeit sowie eine entsprechende sozialokonomische Umgestaltung.