Finanzanalyse

Analyse, finanzökonomische, Finanzanalyse — von den Funktionen des Geldes und der sozialistischen Finanzen im Sozialismus ausgehende Ursachen- Wirkungsforschung ökonomischer Prozesse und Erscheinungen. Die planmäßige Gestaltung des Reproduktionsprozesses in allen Bereichen und auf auf allen Ebenen der sozialistischen Volkswirt­schaft auf der Grundlage der bewussten Ausnut­zung der ökonomischen Gesetze des Sozialismus ist ohne eine ständige Analyse des Entwicklungs­standes und der voraussichtlichen Entwicklung nicht mehr denkbar. Die analytische Vorbereitung ökonomischer Entscheidungen wird mehr und mehr zum Gradmesser für ihre Qualität. Das er­fordert auch eine auf der marxistisch-leninisti­schen dialektischen Methode beruhende Finanzanalyse, die einen organischen Bestandteil der Leitung, Pla­nung und ökonomischen Stimulierung der soziali­stischen Volkswirtschaft darstellt. Als spezielle Form der ökonomischen Analyse (Analyse, ökonomische) ist die Finanzanalyse ein Verfahren zur Un­tersuchung ökonomischer Objekte, das darauf gerichtet ist, die Objekte gedanklich in die sie verursachenden Faktoren zu zerlegen, den Anteil jedes Faktors am Objekt zu bestimmen (zu quan­tifizieren), die Quantifizierungsergebnisse zu werten und daraus Vorschläge und Folgerungen für Leitungsentscheidungen abzuleiten. Die Ob­jekte der f. A. werden mit Hilfe von Wertkenn­ziffern bzw. Finanzkennziffern ausgedrückt, die im Ergebnis von Plan-Ist-Vergleichen, Plan­Plan-Vergleichen, Niveau-, Zeit- oder Relations­vergleichen ermittelt werden. Die Finanzanalyse nimmt den Geldausdruck der ökono­mischen Prozesse und Erscheinungen zum Aus­gangspunkt. Sie beschränkt sich deshalb nicht nur darauf, die mit der Bildung, Verteilung und Ver­wendung finanzieller Fonds in der sozialistischen Volkswirtschaft verbundenen Prozesse und Er­scheinungen zu untersuchen, sondern ihr Gegen­stand ist umfassender und schließt den einheit­lichen sozialistischen Reproduktionsprozess ins­gesamt ein. Ihrem Inhalt nach ist die Finanzanalyse eine von der wertmäßigen Seite ausgehende Untersuchung. des Standes und der voraussichtlichen Entwick­lung der sozialistischen Volkswirtschaft in allen Bereichen und auf allen Ebenen. Auf der Ebene der gesamten Volkswirtschaft werden mit Hilfe der Finanzanalyse z. B. solche Objekte untersucht, wie die Planung, Planerfüllung und Entwicklung volks­wirtschaftlicher Proportionen im Zusammenhang mit der Bildung und Verwendung des gesellschaft­lichen Gesamtprodukts und des Nationaleinkom­mens; die Planung, Planerfüllung und Entwicklung der Effektivität des volkswirtschaftlichen Re­produktionsprozesses; die Aufstellung und Durchführung des Staatshaushaltsplanes, des Planes der Bildung und Verwendung der Geldfonds der volkseigenen Wirtschaft sowie die Aufstellung und Abrechnung der Kreditbilanz (Kreditplanung) und der Bilanz der Sach- und Personenversiche­rung. Derartige Analysen dienen u. a. dem Ziel, auf volkswirtschaftlicher Ebene ständig der Einheit von materiellen und finanziellen Prozessen Rech­nung zu tragen, Leistungs- und Effektivitätsreserven für die weitere Lösung der Hauptaufgabe in ihrer Einheit von Wirts'chafts- und Sozialpolitik aufzudecken, die Wirkung finanzökonomischer Stimuli zu untersuchen und zu verbessern sowie die sozialistische Sparsamkeit umfassend durch­zusetzen. Betriebe, Kombinate und VVB führen u. a. Finanzanalyse durch, um die Ausnutzung der materiel­len und finanziellen Fonds und damit das Verhält­nis von Aufwand und Ergebnis zu verbessern, die Selbstkosten zu senken und so die Effektivität ihres Reproduktionsprozesses zu erhöhen. Die Finanzanalyse auf territorialer Ebene hat u. a. die Haushalts­und Finanzwirtschaft der örtlichen Volksvertre­tungen und ihrer Organe zum Gegenstand und unterstützt damit direkt die Lösung der Aufgaben im Territorium. Als organischer Bestandteil der Leitung, Planung und ökonomischen Stimulierung der Volkswirtschaft dient die Finanzanalyse der Durchset­zung der Politik der Partei der Arbeiterklasse und des sozialistischen Staates. Solche Intensivie­rungsfaktoren wie die Beschleunigung des wis­senschaftlich-technischen Fortschritts, die we­sentliche Verbesserung der Grundfondsausla­stung, die volle Ausnutzung der Arbeitszeit, die Effektivitätserhöhung der Investitionen, die Ver­besserung der Materialökonomie usw. stehen im Mittelpunkt der Finanzanalyse in der gesamten Volkswirt­schaft. Weitere Schwerpunkte sind die Verwirkli­chung des sozialpolitischen Programms der Partei und im Territorium die Durchsetzung der territo­rialen Rationalisierung. Ein bes. Merkmal der Finanzanalyse besteht darin, dass sie das Fortschrittliche in der entwickelten sozialistischen Gesellschaft verall­gemeinern und Mängel beseitigen hilft. Die Finanzanalyse ist nicht auf spezielle Organe beschränkt. Ihre Qualität wird maßgeblich davon bestimmt, wie die Erfahrungen der Werktätigen berücksichtigt werden. Die Finanzanalyse ist sehr eng mit der Finanz­kontrolle verbunden. Eine spezielle Erscheinungs­form ist die Haushaltsanalyse.