Firmengeschichte

Firmengeschichte —übliche, häufig apologetische Darstellung der Entwicklung einer Firma. Die Firmengeschichte ist vor allem dadurch cha­rakterisiert, dass sie Kapitalisten und Manager in den Vordergrund stellt, deren Rolle und Bedeutung verfälscht und sich meist in der Erläuterung der technischen Entwicklung des Betriebes und seiner Produktion erschöpft. Bis ins 20. Jh. hinein diente die Firmengeschichte in erster Linie der Werbung für die Pro­duktion und der Festigung des Rufes der Firma. Sie wurde deshalb meist in Form von Jubiläums­schriften an Kunden, staatliche Dienststellen und Persönlichkeiten gegeben, deren Einfluss aus­genutzt werden sollte. In der Periode der allg. Krise des Kapitalismus rückte immer mehr die Absicht, Arbeitskräfte an den Betrieb zu binden, als Zweck der Firmengeschichte in den Vordergrund. Publikatio­nen zur Firmengeschichte werden immer öfter auch an die Be­legschaft verschenkt. Die allg. Geschichte wird in den Firmengeschichte bewusst verfälscht. Tatsachen der allg. Geschichte werden nicht dem Grade ihrer allg. Bedeutung entsprechend erwähnt. Ebenso wie die Werkzeitungen soll die Firmengeschichte dem Kapitalisten helfen, anstelle des Klassenbewusstseins der Arbeiter ein „Firmenbewusstsein" zu entwickeln. Um eine „unternehmerische Einstellung" der Arbeiter und ihre Zusammenarbeit mit den Kapitalisten zu er­reichen, propagiert die Firmengeschichte eine sog. „Betriebs­gemeinschaft" und „Sozialpartnerschaft" u. ä. und leugnet den objektiv bestehenden Klas­sengegensatz zw. Arbeiterklasse und Bourgeoisie.