Freihandelstheorie

Freihandelstheorie — bürgerliche Theorie über die Notwendigkeit des sog. freien Außenhandels, der durch keine staatlichen Maßnahmen, wie Zölle, Steuern, Kontingente, Verbote u. a., behindert wird, um für alle Nationen den größtmöglichen Wohlstand und Reichtum zu erreichen. Die Freihandelstheorie entstand unter den Bedingungen des Sieges der kapitalistischen Produktionsweise, wurde in den Anfängen von den Physiokraten (Physiokratis­mus) entwickelt und von Smith und Ricardo zur umfassenden Theorie ausgearbeitet. Ricardo forderte eine Beseitigung aller national errichteten Handelsschranken und wendete sich gegen jegli­chen Protektionismus, weil nur so die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung voll aus­geschöpft werden könnten. Karl Marx stellte in seiner berühmten Rede „Die Schutzzöllner, die Freihandelsmänner und die arbeitende Klasse" den Klassencharakter dieser bürgerlichen Theorie bloß. Er wies nach, dass weder Freihandel noch Protektionismus die Ausbeutung der Arbeiter­klasse und der ökonomisch schwächeren Nationen verringern, der Freihandel in der damaligen histo­rischen Situation in England oder den revolutio­nären Interessen des Proletariats entsprach, weil er die soziale Revolution vorantrieb und die Wider­sprüche entfaltete. Die Monopolbourgeoisie ver­sucht im heutigen imperialistischen Stadium des Kapitalismus, die Freihandelstheorie für ihre aggressiven Zwecke wiederzubeleben. Bereits Lenin wies nach, dass unter den Bedingungen des Imperialismus der freien Konkurrenz und dem Freihandel jegliche Grundlagen entzogen sind.