geistige Arbeit

Geistige Arbeit, — Verausgabung von Arbeitskraft unter vorwiegender Inanspruchnahme der geisti­gen Fähigkeiten des Menschen zur Arbeit, seiner überwiegend psycho-nervalen Beanspruchung im Arbeitsprozess. Geistige und körperliche Arbeit werden stets als Einheit verausgabt, bei der geistige Arbeit überwiegt jedoch die o. a. Komponente im Unter­schied zur körperlichen Arbeit (Arbeit, kör­perliche), die in starkem Maße mit physischer Beanspruchung im Arbeitsprozess verbunden ist. Die geistige Arbeit verselbständigt sich mit der Entstehung der gesellschaftlichen Arbeitsteilung und trennt sich mit der Entwicklung der Warenproduktion und der Klassengesellschaften mehr und mehr von der körperlichen Arbeit. Im Kapitalismus kommt es zum Entstehen ganzer Berufsgruppen mit vor­wiegend geistiger Arbeit, zur Herausbildung der Intelligenz; geistige und körperliche Arbeit geraten in einen feindlichen Gegensatz. Erst im Sozialis­mus wird dieser Gegensatz auf der Grundlage des gesellschaftlichen Eigentums an den Produktions­mitteln beseitigt und werden noch bestehende wesentliche Unterschiede zw. körperlicher und geistige Arbeit durch die Entwicklung der materiell-tech­nischen Produktivkräfte, die Beseitigung des Bil­dungsprivilegs und ein entwickeltes Bildungs­system schrittweise abgebaut. Im Kommunismus werden auch die wesentlichen Unterschiede zw. körperlicher und geistige Arbeit überwunden.