gleitende Lohnskala

Gleitende Lohnskala, — Lohnpolitik in einigen Ländern, nach der die Höhe der. Löhne an die Ent­wicklung des von der offiziellen Statistik aus­gewiesenen Preisindex gebunden ist (deshalb auch Indexlohn gen.). Die Lohnentwicklung folgt bei Anwendung der gleitenden Lohnskala automatisch den Verände­rungen des Preisindex für die Lebenshaltung. Die Praxis hat zwei große Nachteile für die Arbeiter­klasse. Erstens haben die Gewerkschaften als Interessenvertreter der Arbeiterklasse nur wenig und oft keine Einflussmöglichkeit auf die Ermitt­lung der Indexziffern durch den kapitalistischen Staat. Zweitens verhindert die gleitende Lohnskala, den Lohn auf Kosten des Profits zu erhöhen. Die gleitende Lohnskala bedeutet in der Praxis den Verzicht auf eine aktive Lohn­politik und schränkt somit die Handlungsfreiheit der Gewerkschaften ein. Eine Reihe von Ge­werkschaften kapitalistischer Länder haben Tarifverträge mit Indexklauseln abgeschlossen. Die Indexklauseln sollen eine vor­zeitige Kündigung der Lohntarife ermöglichen, wenn der Preisindex für die Lebenshaltungskosten steigt. Die Indexklauseln werden so als ein Instrument gehandhabt, um die Familien der Arbeiter und Angestellten vor der zusätzlichen Ausplünde­rung über die staatsmonopolistische Preispolitik zu schützen. Voraussetzung dafür ist, dass mit der Aufnahme von Indexklauseln in Tarifverträge kein Verzicht auf eine aktive Lohnpolitik verbunden ist.